Kasernen in Reutlingen

Die Infanteriekasernen im Reutlinger Ringelbachgebiet wurden 1936 eingeweiht. 1945 wurden sie von der französischen Armee beschlagnahmt und deren eigenen Zwecken zugeführt. Für die Jahrzehnte des Kaltes Krieges blieben französische Soldaten in Reutlingen und garantierten für Sicherheit in schwierigen Zeiten.

 Die Ypern-Kaserne zur Entstehungszeit

Ihr Domizil war zum einen die Ypern-Kaserne zwischen Ringelbachstraße und Hans-Reyhing-Straße. Diese ist auch noch erhalten und wurde zu herkömmlichen Wohnungen umgebaut. Das zweite Domizil der französischen Armee war zum anderen die Hindenburg-Kaserne, die sich zwischen Peter-Rosegger-Straße, Heinestraße und der Straße Unterm Georgenberg befand. Bis auf zwei Gebäude wurde hier nach der Jahrtausendwende alles abgerissen, und das Gelände überwiegend mit Einfamilien- und Reihenhäusern, aber auch Mehrfamilienhäusern neu bebaut.

Hindenburg-Kaserne 1997

Im Zentrum der Anlagen gab es einen großen Paradeplatz. Die Straßen waren in einer zur Entstehungszeit üblichen Plattenbauweise erstellt und teils auch für breitere Fahrzeuge geeignet. Die Behausungen bestanden aus mehrstöckigen Gebäuden, die in einem relativ einheitlichen Architekturstil ausgeführt wurden. Daneben gab es noch Baracken, kleinere Backsteingebäude und Schuppen, um das Material unterzubringen. Ein Truppenübungsplatz befand sich am Listhof an der Straße nach Gönningen.

Paradeplatz im Zentrum der Ypern-Kaserne

Auch in der Region waren die Franzosen präsent: Südbaden und große Teile Südwürttembergs unterstanden ihrer Kontrolle. In Tübingen waren sie in der ebenfalls Hindenburg-Kaserne genannten Einrichtung stationiert, in Münsingen teilten sie sich mit der Bundeswehr den Truppenübungsplatz. Ausgezeichnete Kontakte wurden aufgebaut, Städtepartnerschaften und Freundschaften entstanden. Das gegenseitige Interesse wuchs.

 Hindenburg-Kaserne 1997

1992 verließen die letzten französischen Soldaten Reutlingen. Und noch heute blickt man mit Stolz auf die guten Beziehungen. Menschen beider Länder haben gemerkt, dass sie Gemeinsamkeiten verbinden und keine Sprachbarriere sie zu trennen vermag.

 Hindenburg-Kaserne 1997

Hindenburg-Kaserne 1997

Hindenburg-Kaserne 1997

Hindenburg-Kaserne 1997