Ulmer Münster

Die Kirche mit dem höchsten Turm der Welt

Das Ulmer Münster hat mit 161 Metern nicht nur den höchsten Kirchturm Deutschlands oder Europas, sondern der ganzen Welt. Seine Anfänge reichen bis in das Jahr 1377, als der Grundstein für das Gotteshaus gelegt wurde. Ihm ging ein außerhalb der Stadt gelegener Vorgängerbau voraus, der aber während der Belagerungen zu unsicher geworden war.

Überragend: Das Ulmer Münster

Auf der Fläche des Münsters sollen sich vorher Wohnhäuser befunden haben, auf dem Platz daneben lag ein Kloster. Laufend veränderte der Bau sein Gesicht, wurde aber nie ganz fertig gestellt. Erst als die Stadt wieder zu Geld kam, begann man 1844 mit erneuten Arbeiten, die bis 1890 dauerten. Hierbei erhielt das Münster den heutigen Hauptturm, die zwei Chortürme und wurde gründlich modernisiert. Im Zweiten Weltkrieg zerstörte ein Luftangriff die aus dieser Zeit stammenden Fenster.

Tierfiguren am Turm des Münsters

Heute gelangt der Besucher über 768 Stufen zur Aussichtsplattform auf 141 Metern Höhe. Der Aufstieg ist nur geübten und schwindelfreien Personen zu empfehlen, und auch beim Abstieg muss man unbedingt auf sich aufpassen. In das Treppenhaus sind kleine offene Fenster eingebaut, die einen Blick zur Stadt hin bieten. Es gibt für Auf- und Abstieg getrennte Bereiche, wobei der letzte Weg bis zur obersten Aussichtsplattform zusammengelegt wurde.

Die Ulmer Innenstadt Richtung Osten betrachtet

Das Münster enthält eine Vielzahl an Kunstwerken im Innenraum wie im Außenbereich. Als erstes zu erwähnen wären Darstellungen und Skulpturen aus dem 14. / 15. Jahrhundert an den Portalen. Die bunt verglasten Chorfenster stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Diese schmücken die drei Kapellen. Das Chorgestühl entstand durch Jörg Syrlin den Älteren um 1470 und enthält Büsten bedeutender Männer des Altertums. Der Hochaltar mit Darstellungen aus dem Leben Christi besteht aus einem Schrein und Flügeln von 1521.

 Innenraum mit Blick zum Altar

Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Weihwasserbecken, Taufbecken, Fresko „Das jüngste Gericht“ und die Wappensammlung. Das Ulmer Münster beherbergt eine Vielfalt an Bilder- und Steinmetzkunst, zu denen auch Werke aus neuerer Zeit zählen. Mit den hier befindlichen Orgeln werden regelmäßig Konzerte und Vorführungen für die Besucher abgehalten.