Ulm, Geschichte

Schon 1719 schrieb Johann Gottfried Gregorii, genannt „Melissantes“ (1685 - 1770), in seinem die Welt beschreibenden Werk „Geographie Specialis“ über Ulm:

„Lateinisch Ulma, eine große und befestigte Stadt, evangelisch-lutherischer Religion, an der Donau gelegen, ist mit starken Wällen und Basteien befestigt, und hat eine Brücke über den Fluss Donau, wo der Fluss Iser hineinfließt. Das Gymnasium ist berühmt. Das Münster B. M. Virginis ist groß, und eins der berühmtesten in Deutschland. Anno 1702 eroberte sie der Kurfürst von Bayern mit List, und ließ sie mit Franzosen besetzen, welche sie mehr befestigten. Aber Anno 1704 kam der General Thüngen nach der Höchstädter Schlacht davor, und eroberte den 13. September den Ort mit Gewalt. Monsieur Blainville war Kommandant, welcher übel gehaust hatte. Diese Stadt ist vormals ein Dorf gewesen, und wurde mit unter die größten Dörfer des Reichs gezählt. Anno 1707 sind von den Franzosen etliche Dörfer verbrannt worden. Die Kirche zur Heiligen Dreieinigkeit ist wohl zu sehen. Das berühmte Gymnasium ist Anno 1622 aufgerichtet. Sie hat ein gutes Zeughaus. Hier pflegen die Schwäbischen Stände ihre Zusammenkünfte zu halten. Sie besitzt ein feines Gebiet, darin sind Leipheim, Geißlingen, Langenau und Elchingen.“

 Ulm, Donauansicht mit Münster, 1910