Stuttgart, Altes Schloss

Das Alte Schloss steht seitlich des jüngeren Nachfolgebaus. Seine Ursprünge reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück, als es Sitz der Grafen von Württemberg wurde. Ab 1553 entstand ein prachtvolles Renaissanceschloss mit Innenhof, der von italienisch inspirierten Arkaden geprägt wird. Es wurde von dem Herzog Christoph und seinem Nachfolger Ludwig erbaut und gleicht jenen alten stolzen Ritterburgen, die man ansonsten nur auf hohen Bergen sieht. Seitdem der Bärengraben aufgefüllt wurde, steht ein Viertel der Burg unter der Erde. So altertümlich und ritterlich das Äußere des Alten Schlosses ist, so wenig entspricht ihm das modernisierte Innere.

Das Alte Schloss

Der Bau war einst Sitz für den Geheimen Rat, den Oberhofrat, die Hofküche und die Hofapotheke. Wendelstiegen, Altane, Plattformen, Ecktürmchen und die große nach oben führende Reitschnecke erinnern noch an die alte Zeit und trotzen der Gegenwart. Schon vor über 200 Jahren wurde hier das Hoftafelservice in Gold, Silber und Porzellan verwahrt. Dies waren die Anfänge einer reichhaltigen Sammlung. Heute bietet das Alte Schloss den passenden Rahmen für das Württembergische Landesmuseum, das eindrucksvoll die regionale Geschichte aus Jahrtausenden dokumentiert. Angefangen bei der Steinzeit und den Kelten, reichen die Bestände über die Römer und die Alemannen bis ins Mittelalter und den kunstvollen Werken der Renaissance und des Barock. Allein für den Besuch dieser Einrichtung lohnt es sich, nach Stuttgart zu kommen.