Geschichte von Tübingen

Die Anfänge

Tübingen, am Neckar gelegen, wurde wie andere Orte der Umgebung wahrscheinlich von den Alemannen gegründet. Erstmals erwähnt wurde Tübingen in einer Chronik aus dem Jahr 1078, als Heinrich IV. auf seiner Rückkehr von Canossa die "alemannische" Burg (castrum Alemannorum, quod Twingia vocatur) belagerte. In der Mitte des 12. Jahrhunderts ernannten sich die Grafen von Tübingen zu Pfalzgrafen. 1231 wurde die Stadt als civitas, also mit Stadt- und Bürgerrechten versehen, bezeichnet.

 Hohentübingen mit Neckar

Wohlstand und Universitätsgründung

Die Prägung des weit verbreiteten Tübinger Pfennig brachte Wohlstand und Einfluss mit sich. Mit dem Untergang des staufischen Hauses mussten die Grafen von Tübingen die Stadt an Württemberg verkaufen, gleichwohl war sie danach zweitgrößte Stadt des Landes mit etwa 3000 Einwohnern. 1477 wurde von Graf Eberhard im Bart unter dem Motto "Attempto - ich wag`s" die Universität gegründet. 1495 wurde Tübingen zweiter Regierungssitz des neu gegründeten Herzogtums. 1534 führte der Nachfolger von Graf Eberhard im Bart, Graf Ulrich, die Reformation ein.

 Blick von Osten

Aufschwung durch Neuausrichtung 

Der Dreißigjährige Krieg brachte viel Unheil über Tübingen. Überfälle und die Pest waren verbreitet und betrafen das Stadtleben in großem Ausmaß. Mit der Neugründung einer Universität in Stuttgart 1781 sank die Studentenzahl in Tübingen auf 200. Im 19. Jahrhundert bekommt Tübingen zahlreiche neue Fakultäten, die dort erstmals in Deutschland auftauchten. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Tübingen und seine Universität bedeutend erweitert. Der Eisenbahnanschluss sorgte für einen lange erwarteten Aufschwung. 1925 hatte die Stadt 20.000 Einwohner und 2500 Studierende.

 Marktplatz mit Rathaus

Tübinger Stadtleben heute

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Tübingen bis zur Gründung von Baden-Württemberg Hauptstadt des Landes Württemberg-Hohenzollern. Der Raumbedarf wurde größer und man erweiterte besonders in der Nordstadt entlang des Nordrings. Die Wanne und Waldhäuser Ost sind einige bedeutende neue Wohngebiete, die auch Platz für die Studenten schufen. Bei der Bebauung entstanden an der Peripherie auch einige Hochhäuser, die sich von dem ansonsten beschaulichen Stadtbild abheben.

 Chirurgische Universitätsklinik

1974 wurden viele Gemeinden im Umland nach Tübingen eingemeindet. In jüngerer Zeit wurden die meisten Kliniken vom Tal auf die Wanne verlegt. Heute hat Tübingen 87.000 Einwohner und 30.000 Studierende.