Friedrich List

Verschiedene Orte und Gebäude in Reutlingen und anderswo erinnern an den berühmten Reutlinger Sohn, Ökonom und Eisenbahnpionier, der bei dem Aufbau der modernen Industriewirtschaft eine führende Rolle spielte. Er wurde 1789 in einem Haus in der Wilhelmstraße geboren und schied 1846 in Kufstein durch Freitod aus dem Leben.

Porträt von Friedrich List, nach einer Lithografie von Josef Kriehuber, 1845

Friedrich List war der Ansicht, dass die Kleinstaaterei den Menschen und dem freien Handel in Deutschland schade und vertrat deswegen in zahlreichen Schriften die baldige Gründung eines Zollvereins. Die einheitliche Vereinbarung sollte dann den Transport von Waren über alle Ländergrenzen hinweg möglich machen. Darüber hinaus sollte der Bau von Eisenbahnstrecken dazu beitragen, dass die Industrialisierung in Deutschland voranschreitet, und damit die Wirtschaft und das Einkommen aller Bewohner gedeiht.

Die Theorien, die Friedrich List entwickelte, waren für die damalige Zeit sehr fortschrittlich und hätten zweifellos noch heute Bestand. Er geriet jedoch bald gegenüber den einflussreicheren Nationalökonomen wie Adam Smith ins Hintertreffen und stürzte sich in andere Projekte. Friedrich List war ein Reisender und ein erfahrener Mann. Er lebte unter anderem einige Jahre in den USA und in Frankreich.