Truppenübungsplatz Münsingen

Ein völlig neues Erlebnis ist seit 2006 der in das Biosphärengebiet Schwäbische Alb einbezogene Ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen. Hier sind für den Besucher verschiedene Wege entlang von Wanderstrecken ausgewiesen, die es ermöglichen, die unzersiedelte Alblandschaft zu entdecken. Durch die jahrzehntelange militärische Nutzung des Geländes findet man es auf den ersten Blick heute so vor, wie es vor 100 Jahren aussah. Die Wege dürfen allerdings nicht verlassen werden, da Gefahr durch herumliegende Munitionsreste besteht. Von einigen Aussichtstürmen hat man den Platz und die Schwäbische Alb optimal im Blick.

Der Truppenübungsplatz vom Turm Hursch aus betrachtet

Altes Lager bei Münsingen-Auingen

Das Alte Lager kann derzeit im Rahmen einer Führung besucht werden. Schon am Eingang wird man von einem schönen Wärterhaus aus Backstein empfangen. Folgt man der Hauptstraße, sieht man links und rechts schöne renovierte Häuser, gelb angemalt, mit Fachwerk, so wie man sie um die Jahrhundertwende gebaut hat. Fast glaubt man, sich in die Kolonialzeit zurückversetzt zu fühlen, denn solche Motive hat man sonst auf den Postkarten aus Namibia. Das Verwaltungsgebäude in der Mitte des riesigen Lagers ist prunkvoll und ein schöner Bestandteil der gesamten Anlage. Teilweise kann man die Treppenhäuser begehen, eine Besichtigung von Innenräumen ist aber noch nicht möglich.

Hauptstraße im Alten Lager

Weiter hinten sind die Häuser eher barackenartig, doch es werden Nutzungskonzepte entwickelt. Das Alte Lager ist im Wandel begriffen und wird nach und nach attraktiv für Gewerbebetriebe und Dienstleister gemacht. Darüber hinaus soll der architektonische Charakter aber nicht verloren gehen.

Man kann eine Vielzahl von Straßen begehen, überall stößt man auf Neues und Sehenswertes. Ein Denkmal erinnert hinter dem Verwaltungsgebäude an die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges, die hier stationiert waren. Auch eine kleine Kirche ist vorhanden. Es gibt sogar schon ein Truppenübungsplatzmuseum, aber es ist nur nach Vereinbarung und zu bestimmten Terminen geöffnet.

Prächtige Gebäude aus einer Zeit vor 100 Jahren

Gruorn-das verlassene Dorf

Die Hauptattraktion und Ausgangspunkt vieler Wanderungen ist das verlassene Dorf Gruorn. Es wurde 1939 innerhalb kurzer Zeit zum Zweck der Vergrößerung des Platzes geräumt und war danach verlassen. Die alte Schule ist heute als Gedenkstätte hergerichtet und hat mit der Heimatstube auch eine kleine Gastwirtschaft, die an Sonntagen geöffnet ist. Besichtigt werden kann auch die Stephanuskirche mit dem Friedhof und dem Ehrenmal der Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Von hier aus starten die Besucher in die weite Landschaft. Die Wege sind ausgeschildert und dürfen nicht verlassen werden, da Gefahr durch herumliegende Munitionsreste besteht.

Gruorn mit seiner markanten Stephanuskirche

Aussichtstürme mit gutem Rundumblick

In der Nähe des Dorfes Zainingen befindet sich der Turm Hursch. Er ist einer von 4 begehbaren Aussichtstürmen auf dem Truppenübungsplatz. Die Stahlgitterkonstruktion steht auf 853 Meter Höhe ü.NN. und stammt aus dem Jahre 1981. Er ist 42 Meter hoch und schwankt leicht, wenn man zu stark in die Stufen tritt. Für Menschen mit Höhenkrankheit ist der Turm deshalb ungeeignet. Von der Aussichtsplattform hat man einen schönen Blick auf den gesamten Platz, über das Albhochland, die Blaubeurer Alb, ins Lenninger Tal zur Teck, bei guter Sicht kann man den Turm des Ulmer Münsters ausmachen. In der anderen Richtung eröffnet sich dem Besucher der Blick nach Oberschwaben und zum Bussen.

Blick vom Turm Hursch auf die Alb
Richtung Zainingen
und Lenninger Tal

Über eine kleine Wanderung ist von hier der Turm Waldgreut erreichbar. Er ist ebenfalls eine Stahlgitterkonstruktion und steht auf 864 Meter Höhe ü.NN. Er wurde im Jahre 1981 erbaut. Die Wege hierher sind abgesteckt und dürfen nicht verlassen werden. Der Turm selbst ist 20 Meter hoch. Von der Plattform eröffnet sich dem Besucher der Blick auf das Albhochland bis zur Blaubeurer Alb. Das Obere Filstal ist in der Ferne ausmachbar.

Gute Aussicht auch vom Turm Waldgreut. Am Ende des Weges grast eine Schafherde. Die Tiere sind für die Bewirtschaftung des ehemaligen Truppenübungsplatzes sehr wichtig.

Die Türme sind während der Saison Sonn- und Feiertags geöffnet, ansonsten kann der Schlüssel beim Rathaus in Römerstein-Zainingen und zwei weiteren Stellen ausgeliehen werden. Der Eintritt kostet 50 Cent und dient dem Schwäbischen Albverein zur Erhaltung des Aussichtsturmes.