Grabenstetten

Auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb liegt rund sieben Kilometer nordöstlich von Bad Urach die Gemeinde Grabenstetten. Ein altes Bauerndorf mit rund 1500 Einwohnern, gepflegten Anliegerstraßen und schöner Umgebung. Obwohl heute die meisten Einwohner nicht mehr von der Landwirtschaft leben, sieht man noch viele Gebäude mit Scheunentoren. An einigen Straßenecken befinden sich alte Pumpbrunnen.

Ortsmitte von Grabenstetten

Im Zentrum des Dorfes steht die evangelische Peter-und-Paul-Kirche. Die erste Erwähnung der Kirche stammt von 1275. In dieser Zeit wurde vermutlich der heute noch in Benutzung befindliche Taufstein gefertigt. Der Turm mit Fachwerk wurde 1680 neu erbaut. Der Innenraum weist vielfach romanischen Baustil auf. Jedoch sind auch gotische und barocke Elemente festzustellen. Einige der frühen Wandmalereien wurden im 20. Jahrhundert entdeckt und restauriert. Die Kirche verfügt über eine Sonnenuhr an der Außenmauer. Um sie herum befindet sich der Friedhof mit einem Ehrenmal. Das Pfarrhaus stammt vom Anfang des 18. Jahrhunderts.

Peter-und-Paul-Kirche

Östlich von Grabenstetten befindet sich die Ruine Hofen. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert erbaut und gehörte den Herren Schwenzlin. Sie blieb lange Zeit im Familienbesitz, bis die Güter Anfang des 15. Jahrhunderts veräußert werden mussten und daraufhin verfielen. 1823 gelangte die Ruine in den Besitz der Familie Weinland, aus deren Reihen auch der Autor des "Rulaman" stammt. Heute besteht die Anlage nur noch aus einigen Mauerresten und dem Graben. Der Torbogen und die Halsgrabenmauer wurden 1986 rekonstruiert. Eine Holzbrücke wurde zwischenzeitlich abgebrochen. Über dem Abhang stehen Ruhebänke, von hier hat der Besucher ein Panorama in das Schlattstaller Tal. Von der Ortsmitte ist die Ruine über die Böhringer Straße und den Hofener Weg in rund 500 Metern zu erreichen.

Ruine Hofen

Der Heidengraben hat eine Fläche von über 1600 Hektar und ist nicht nur das größte keltische Oppidum in Deutschland, sondern auch eines der größten in Europa. Diese auch Elsachstadt genannte frühgeschichtliche Siedlung befand sich am Rande der Albhochfläche. Schon oft wurde das Gelände von archäologischen Teams untersucht. Dabei wurden über 2000 Jahre alte Keramik, Schmuck und Fibeln gefunden. Die Lage für die einstigen Bewohner scheint optimal gewesen zu sein: Auf einem Vorsprung am Rande des Albtraufs, rund 200 Meter über mehreren Flusstälern. Das Hinterland bot damals wie heute fruchtbare Böden, um das Überleben zu sichern. Und zum Schutz gegen Feinde wurde einfach der Wall gebaut, der heute noch erhalten ist.

Der Wall am Heidengraben

Im Gelände lässt sich einiges mit bloßem Auge erkennen: Das keltische Oppidum wurde mit dem Wall und einem Graben befestigt. Über einen Pfad kann er sogar begangen werden. An manchen Stellen ist der Weg unterbrochen, was daran liegt, dass die Umgebung heute landwirtschaftlich genutzt wird. Trotz des annehmbaren Verlustes durch Pflugbau lassen sich viele Unebenheiten im Untergrund ausmachen. Rund um das Landgasthaus Burrenhof an der Straße nach Hülben gibt es etwa 30 Grabhügel, die aus der Hallstattzeit stammen. Überall geben bebilderte Infotafeln dem Besucher Auskunft über die geschichtlichen Hintergründe. Heute gehört die Fläche des Heidengrabens den Gemeinden Hülben, Erkenbrechtsweiler (Kreis Esslingen) und Grabenstetten. Parkplätze befinden sich beim Burrenhof, an der Landstraße nach Hülben und nach Römerstein.

Grabhügel beim Burrenhof

In der Böhringer Straße 7 gibt es das Keltenmuseum Heidengraben. Die Initiatoren widmen sich seit 1998 besonders der keltischen Besiedlung am Heidengraben. Ausgestellt sind Funde dieser Zeit sowie aus der alemannischen Epoche, unter anderem ein komplettes Grab mit Beigaben. Geöffnet ist von Mai bis September, am Sonntag von 14 bis 16 Uhr sowie nach Absprache. Der Eintritt ist frei.

Keltenmuseum Heidengraben

An der Straße zum Heidengraben befindet sich der Flugplatz der Fliegergruppe Grabenstetten-Teck-Lenninger Tal e.V. Hier kann der Besucher dem Betrieb zuschauen, und am Wochenende ist die Vereinskantine geöffnet.

Mössingen

Die Schwäbische Alb, der Landkreis Tübingen, die hohenzollerischen Lande - in diese Umgebung ist die Große Kreisstadt Mössingen mit ihren 20.000 Einwohnern eingebettet. Die Stadtrechte wurden 1974 verliehen, vorher war Mössingen ein Dorf. Entsprechend findet der Besucher hier keine großspurige Architektur. Das geistliche Zentrum bildet die Peter- und Paulskirche vom Beginn des 16. Jahrhunderts. Sie ist von älteren Häusern und gemütlichen Straßen umgeben, die im Frühling bunt geschmückt werden.

Mössingen vom Dreifürstenstein aus

Seit den Neunzigerjahren freuen sich die Bewohner über den Beinamen „Blumenstadt“. Denn sobald es wärmer wird, sind Menschen aus nah und fern von prächtigen Beeten und blühenden Wiesen begeistert. Auch das benachbarte Gönningen ist im April ein wahrer Magnet, denn hier findet die Tulpenblüte statt. Dann erblühen tausende Tulpen entlang der Straßen, in den Vorgärten und auf dem Friedhof in verschiedensten Farben. In beiden Orten werden zu dieser Zeit auch Festlichkeiten ausgerichtet.

Mössingen ist eine Stadt der Natur. Das merkt der Besucher schon, wenn er auf der B 27 kommend die schöne Umgebung erblickt: Der Albtrauf umrahmt hier die Täler, in denen die Ortsteile Öschingen und Talheim liegen. Wo sich die Ebene auftut, da ist Mössingen mit seinem Nachbarort Belsen.

Mössingen vom Filsenberg aus

Bekannt ist die Stadt wegen einem Ereignis, das am 12. April 1983 stattfand: Der Mössinger Bergrutsch. Ausgelöst durch starke Regenfälle, stürzte der Albtrauf bei der größten Erdbewegung seit 100 Jahren mit voller Kraft in die Tiefe. Dabei begruben die Erdmassen alles unter sich. Noch heute kann man die Auswirkungen beobachten. Der Weg zur Stelle ist gut ausgeschildert. Vom Wanderparkplatz führt ein Rundweg durch das Rutschungsgebiet. Illustrierte Tafeln geben Auskunft über die einzelnen Abschnitte. Noch ist die Vegetation hier spärlich. Doch das Interessante ist, dass sie nach dem Sturz komplett vernichtet war und so nun neue Arten Platz haben, sich anzusiedeln. Einige Bereiche sind für den Durchgang gesperrt. Führungen und Informationen bietet Armin Dieter an, der auch ein Buch über den Bergrutsch geschrieben hat: Öffentliche Führungen finden von Mai bis Oktober jeden 1. Sonntag im Monat von 14 bis 16.30 Uhr statt (gebührenpflichtig). Sonderführungen gibt es nach Voranmeldung.

Mössinger Bergrutsch

Mit 854 Metern über dem Meer ist der Dreifürstenstein der höchste Berg des Landkreises Tübingen. Darüber hinaus ist er Hausberg der Stadt Mössingen. Er fällt nach drei Seiten steil ab und war bis 1806 das Dreiländereck zwischen den Territorien von Württemberg, Hohenzollern und Fürstenberg. Heute grenzen hier der Zollernalbkreis und der Landkreis Tübingen sowie die drei Städte Hechingen, Burladingen und Mössingen aneinander. Im Wald stehen entlang des Weges noch zahlreiche Grenzsteine. Auf dem Dreifürstenstein steht eine Schutzhütte mit einer Informationstafel, die auch Daten zur Geschichte und eine Landkarte bereithält. Unternehmungslustige Besucher finden hier eine Grillstelle. Die Aussicht reicht über das Bergdorf Beuren in die hohenzollerischen Lande mit der Stammburg des preußischen Adelsgeschlechts. Zur Westseite liegt die Stadt Mössingen mit dem Steinlachtal zu Füßen, und bei guter Wetterlage erblickt man die Höhen des Schwarzwaldes.

Gute Aussichten auf dem Dreifürstenstein

Öschingen ist noch ein intaktes Dorf mit vielen gut erhaltenen Fachwerkhäusern. Die Martinskirche wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts erbaut. Ihr gotischer Turm mit Fachwerkaufsatz stammt noch vom Vorgängerbau. Besonders schön sind die Bereiche um die Bolbergstraße und Obergasse. In der Hausnummer 1, einem Gebäude von 1700, befand sich früher das Rathaus. Heute beherbergt es das Holzschnitt-Museum Klaus Herzer. Neben den Druckerzeugnissen aus der Kunststiftung können auch Druckstöcke und Zubehör besichtigt werden. Im Museumsshop kann der Besucher auf eine große Auswahl an Holzschnitten zurückgreifen. Geöffnet ist fast das ganze Jahr über, Führungen sind erhältlich, Sonderausstellungen und Veranstaltungen finden statt.

Ensemble in Öschingen

Der Filsenberg ist ein 797 Meter hoher Berg über Öschingen und Talheim. Er ist bekannt wegen seiner Magerwiese mit seltenen Pflanzenarten wie Orchideen und Enziane. Deshalb steht diese unter Naturschutz. Von Öschingen aus führt eine unbefestigte, aber befahrbare Straße auf den Berg. Von hier aus sind Wanderungen über die Hochfläche, auf die Kuppe Meisenbühl mit Aussicht in die umgebenden Täler, oder zur Grillstelle oberhalb Talheims möglich. Darüber hinaus führt von hier auch ein Wanderweg auf die benachbarte Albhochfläche nach Sonnenbühl.

Auf dem Filsenberg