Trochtelfingen

Zwischen Reutlingen und Sigmaringen befindet sich die Kleinstadt Trochtelfingen auf der Schwäbischen Alb. Sie liegt an der Seckach, die beim Ortsteil Mägerkingen in die Lauchert mündet. Dort gibt es auch den Mägerkinger See, der ein beliebtes Erholungsgebiet darstellt. Die Gegend um Trochtelfingen ist noch sehr ländlich geprägt, während die Stadt selbst einige gewachsene Wohngebiete besitzt. Der Kern hat sich viel von seiner Originalität bewahrt und besitzt ein gemütliches Ambiente. Stadt und Dörfer sind vorwiegend katholisch, früher gehörte das Gebiet zu Preußen.

Landschaft auf der Haid

Am Rathausplatz steht das 1938 erbaute Rathaus der Stadt Trochtelfingen. In ihm ist die Touristik-Info ansässig. Davor befindet sich der in den Neunzigerjahren entstandene Rathausbrunnen. Mehrere Fachwerkhäuser liegen am Platz. In ihnen sind Geschäfte und Arztpraxen untergebracht. Von hier aus geht es direkt zur Kirche Sankt Martin und zum Schloss.

Am Rathausplatz

Die katholische Kirche Sankt Martin verfügt über ein bemerkenswertes Kreuzgewölbe, das mit einem Sternenhimmel und Fabelwesen bemalt ist. An der Wand befinden sich Fresken mit christlichen Darstellungen aus dem 15. Jahrhundert. Weiter gibt es hier eine Kreuzigungsgruppe, das Gemälde des Heiligen Martin und das Grabmal des Grafen von Werdenberg. Um 1500 wurde sie zur Stiftskirche erhoben. Unterteil und Turm entstanden wohl bereits im 14. Jahrhundert. In die Außenwand sind alte Grabplatten eingelassen. Die weitläufige Anlage im Außenbereich diente bis zum ausgehenden Mittelalter als Friedhof. Darauf ist ein Denkmal zur Erinnerung an die im Deutsch-Französischen Krieg gefallenen Söhne der Stadt zu finden.

Sankt-Martin-Kirche

Seit 2004 ist das Museum des Geschichts- und Heimatvereins Trochtelfingen beim Schloss Werdenberg, gegenüber des Hohen Turmes untergebracht. In drei Räumen wird die Geschichte der Stadt Trochtelfingen präsentiert. Dazu gehören Schriftstücke, Fotos, Tafeln und Objekte, die örtlichen Bezug haben. So kann man sich sakrale Skulpturen und Gegenstände des ländlichen Lebens vergangener Tage ansehen. In regelmäßigen Abständen finden Sonderausstellungen statt. Einzelschicksale wurden bereits in Ausstellungen über Flüchtlinge und Heimatvertriebene sowie Gastarbeiter - Neubeginn in Trochtelfingen näher beleuchtet. Das Museum hat jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Heimatmuseum mit Hohem Turm

Historischen Charme strahlt das Schloss der Grafen von Werdenberg aus. Es wurde Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut und ging im 16. Jahrhundert in den Besitz der Fürsten von Fürstenberg über. Ab dieser Zeit waren hier ständig Ämter ansässig. Bis 1806 die fürstenbergische Obervogtei, bis 1850 die der Hohenzollern und danach das Oberamt der preußischen Verwaltung. Später gelangte das Gebäude in den Besitz der Stadt, die es zeitweise als Rathaus und bis heute als Schulhaus nutzte. Charakteristisch ist die gezackte Dachpartie. Am eckigen Turm neben dem Eingang findet sich das Wappen der Werdenberger. Die Geschichte ist auf einer Tafel am Gebäude nachzulesen.

Schloss der Grafen von Werdenberg

Ein Wahrzeichen von Trochtelfingen ist der Hohe Turm, der früher ein Teil der Stadtbefestigung war. Er wurde im 16. Jahrhundert erbaut und diente um 1900 kurzzeitig als Wasserbehälter. Gut erkennbar sind vier Mauerringe und die Schießscharten. Durch eine Öffnung kann der Besucher in den Innenbereich schauen. Der Turm steht am Ortsausgang und ist von einer Grünanlage umgeben. Daneben befindet sich ein Kreuz mit Inri.

Blick ins Innere des Hohen Turmes

Bei Steinhilben steht der Augustbergturm auf 849 m ü. NN. Die Höhe des Turmes beträgt 30 Meter. 1962 baute der Schwäbische Albverein mit Unterstützung der Gemeinde diesen Turm an der Stelle eines Vorgängerbaus. Der Blick vom Aussichtsraum auf der Spitze reicht weit über die Schwäbische Alb, bis zum Plettenberg und Raichberg, dem Roßberg und dem Sternberg. In der Ferne ist bereits der Bussen in Oberschwaben erkennbar, bei sehr guter Wetterlage sieht man die Alpen. Der Turm ist ständig geöffnet. Zur warmen Jahreszeit ist sonn- und feiertags die Vesperstube geöffnet.

Augstbergturm bei Steinhilben

Die Haidkapelle gehört zur Kirchengemeinde Sankt Martin und befindet sich direkt auf der Gemarkungsgrenze Trochtelfingens nach Engstingen. Sie steht neben dem Gasthaus Waldhorn an der Bundesstraße 313, die Reutlingen / Engstingen mit Sigmaringen verbindet. Die Kapelle wurde 1474 eingeweiht. Besonderheiten sind der vergoldete Holzaltar und die drei Altarfiguren des Ulmers Jörg Syrlin, unter denen die Muttergottes im Zentrum steht. Darüber hinaus sind die Heilige Anna und der Heilige Joachim zu sehen. Ein Ölbild aus dem 19. Jahrhundert stellt die Kreuzigung dar. In jüngster Zeit wurden alte Fresken aufgedeckt. An der Außenwand befindet sich das werdenbergische Wappen mit einer Inschrift, eine Tafel informiert über die Geschichte.

Die Haidkapelle

Im Alb-Gold Nudelcenter können Besucher im Rahmen einer Führung erleben, wie Nudeln hergestellt werden. Der Alb-Gold Landmarkt bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Nudelsorten, die man hier kaufen kann. Ebenso bietet dieser Markt frische Lebensmittel und eine Bäckerei mit Backwaren von der Alb. Im Café und Restaurant kann man alle Nudeln probieren, die bei Alb-Gold hergestellt werden. Diese werden in unterschiedlichen Variationen zubereitet, von regional über gutbürgerlich bis fernöstlich.

Alb-Gold Nudelcenter

Außerdem gibt es einen Kräutergarten mit über 1000 unterschiedlichen Pflanzen, wie sie in Küche, Medizin und zum Genuss verwendet werden. Einen Überblick liefert die ausführliche Darstellung des Gemüseanbaus an Hand von Beispielen. Der über zwei Hektar große Garten ist von April bis Oktober geöffnet. Eine Gärtnerei bietet auch Obst und Gemüse zum Verkauf. Im Umfeld der Anlage befinden sich zwei Regenwasserbiotope mit einer naturbelassenen Fauna und Flora. Im Alb-Gold Nudelcenter werden regelmäßig und nach Absprache Kochvorführungen und Kochkurse angeboten. Parkplätze sind in großer Anzahl verfügbar.

Kräutergarten bei Alb-Gold

Trochtelfingen und seine Ortsteile bieten viel Platz für Freizeitaktivitäten. Die Landschaft ist abwechslungsreich, hat Ebenen, Wälder, Felder, Wiesen und Täler. Ob Radfahren, Wandern oder Inlinern, die Voraussetzungen sind gut. Sogar Schwimmen und Paddeln sind auf dem Mägerkinger See möglich. Der Tourismus ist nicht weit entwickelt, aber die Infrastruktur verbessert sich. Der bekannte Urlaubsort Sonnenbühl liegt in der Nachbarschaft, von dort empfiehlt sich auf jeden Fall ein Ausflug nach Trochtelfingen.

Blick vom Augstbergturm nach Steinhilben

Hier findet man noch katholische Dörfer, Kirchen, Kapellen, und alles was dazu gehört. Bei Touren über die Schwäbische Alb kann man sich auf die Bank unter ein Wegkreuz setzen und die einmalige Stimmung spüren, die einen entspannt macht und Kraft tanken lässt.