Hohenstein

In einer ursprünglichen Gegend auf der Schwäbischen Alb liegt die Gemeinde Hohenstein. Sie besteht aus den Orten Bernloch, Eglingen, Meidelstetten, Oberstetten und Ödenwaldstetten. Namensgebend ist die ehemalige Burg bei Oberstetten. Das Rathaus befindet sich in Ödenwaldstetten.

Meidelstetten

Die Dörfer verfügen über eine Grundversorgung für den alltäglichen Bedarf sowie Gastronomie, die teils überregional bekannt ist. Die Umgebung ist waldreich, es wird auch noch Landwirtschaft betrieben. Abseits der Hauptstraßen gibt es viele gut ausgebaute Wege, die sich für Wanderer und Radfahrer eignen. Manche verfügen über Markierungen des Schwäbischen Albvereins und führen bis ins Lautertal oder auf die Zwiefalter Alb. Der Glaube ist fest verwurzelt, es gibt evangelisch und katholisch geprägte Dörfer. So wundert es nicht, dass man hier auch Wegkreuze findet.

Ödenwaldstetten

Die Hauptattraktion von Hohenstein ist das Bauernhausmuseum, das sich im Ortsteil Ödenwaldstetten befindet. Es besteht seit 1978 und ist in einem originalen Haus aus der Zeit um 1600 eingerichtet. Zu sehen sind Gegenstände aus dem Alltag der Bauern früherer Zeit, landwirtschaftliche Arbeitsgeräte, aber auch Arbeitsgegenstände aus alten Handwerksberufen. Das alte Fachwerkhaus wie auch der gegenüberliegende Stall und Scheuer von 1830 sind komplett eingerichtet. Bei den Museumsfesten kann der Besucher das Leben der damaligen Zeit nacherleben, dann werden oft urtypische Gerichte zubereitet. Im Dorf bestehen mehrere Einkehrmöglichkeiten.

Das Bauernhausmuseum

Der Ortsteil Oberstetten erfüllt die Funktionen eines Zentrums für die Gemeinde Hohenstein. Hier befindet sich mit einem Fertighaushersteller der größte Arbeitgeber, daher ist es ein beliebter Wohnort. Zugleich steht hier die älteste Kirche von Hohenstein. Die katholische Heilig-Kreuz-Kirche soll bereits im 11. Jahrhundert erbaut worden sein. Der Turm mit Kreuzgewölbe gehört noch zum ältesten Teil. Ihr Inneres ziert ein Hochaltar, Fenster aus der Spätgotik, Deckengemälde und eine Muttergottesstatue. Die Glocke aus dem 15. Jahrhundert stammt vom Kloster Zwiefalten. Auf dem angrenzenden Friedhof befindet sich ein Ehrenmal für die Gefallenen der Weltkriege und für die verstorbenen Pfarrer der Kirche.

Heilig-Kreuz-Kirche

Recht einfach wird einem die große Vergangenheit dieser Gegend bewusst. wenn man sich in die nähere Umgebung von Oberstetten begibt. Über die kleine Straße Richtung Bernloch verlässt man den Ort in nördlicher Richtung. An der Seite zeigt ein großes Kreuz, dass die Menschen hier tief im Glauben verwurzelt sind.

Am Rathaus in Bernloch

Auf mittiger Strecke biegt man an einem Waldstück rechts ab und gelangt zur Ruine Hohenstein. Es handelt sich um eine mittelalterliche Burganlage, welche um 1100 erstmalig in der Zwiefalter Chronik erwähnt wird. Bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts war die Burg schon nicht mehr bewohnt und verfiel danach. Erstaunlich gut erhalten sind die Ringbefestigung und der Burggraben. Der Hauptturm mit umliegenden Mauerresten steht nochmals auf einer Anhöhe, die von hohen Bäumen bewachsen ist. Über gesicherte Treppenstufen gelangt man zu einer Aussichtsplattform. Von dort ergibt sich ein Panorama auf die Albhochfläche, zum Sternberg bei Gomadingen, die umliegenden Dörfer wie etwa Bernloch und zum Lautertal. Eine Schautafel gibt Auskunft über die Geschichte der Burg. Auch eine Grillstelle findet man hier.

Ruine Hohenstein

Am südöstlichen Ortsrand von Oberstetten liegt die Ödenburg, welche schon vor rund 1000 Jahren bewohnt wurde. Funde bezeugen einen Abgang noch vor Mitte des 12. Jahrhunderts. Von einer spätmittelalterlichen Erwähnung als „Ödenburg“, also als abgegangene Burg, trägt die Ruine ihren Namen. Beim Bau eines Wasserbehälters wurden Ende des 19. Jahrhunderts umfangreiche Mauerreste entdeckt, die zum größten Teil bei der Erneuerung 1978 abgetragen wurden. Heute ist noch eine Mauerecke, die am Wasserbehälter liegt, erhalten. Entlang des Pfades durch den Wald kann der Besucher einen Teil des Felsenfundamentes besichtigen. Herumliegende Gesteine zeugen ebenfalls von der Vergangenheit des Ortes.

Ödenburg

Eglingen war lange Zeit im Besitz der Herren von Speth. Das schwäbische Adelsgeschlecht unterhielt Territorien und Schlösser auf der Alb und in Oberschwaben. 1775 ließen sie auch die Sankt-Wolfgang-Kirche in ihrer barocken Gestalt erbauen. Mehrmalige Veränderungen prägen bis heute das Erscheinungsbild. Bis heute weist der Innenraum einen reichen Barockstil auf. Dazu zählen sakrale Skulpturen und Gemälde mit christlichen Darstellungen. Zu der katholischen Kirchengemeinde gehören noch einige Gemeinden im Umland. Sie unterhält auch eine Kapelle auf dem Krähenberg.

Sankt-Wolfgang-Kirche

Landschaftliche Schönheiten entdeckt man am besten abseits der großen Routen. Wer auf der L 249 den Ort Eglingen Richtung Ehestetten verlässt, biege direkt am Ausgang links ab. Dieser Verbindungsweg führt zum Fladhof und nach Buttenhausen. Nach kurzer Strecke findet man zu linker Hand eine Wacholderheide, die unter Naturschutz steht. Hier gibt es seltene Pflanzenarten sowie die für die Schwäbische Alb typischen Wacholderbüsche. Kleine Pfade führen durch das Gelände. Die Aussicht reicht auf das Tal und nach Eglingen.

Wacholderheide bei Eglingen

Diese Gegend ist noch sehr ursprünglich und lädt ein, das hektische Leben in der Großstadt zu vergessen. Hohenstein ist für längere Aufenthalte eher wenig erschlossen, für Tagesausflüge aber sehr gut geeignet. Alle Dörfer haben ihre Eigenheiten, und die Landschaft lässt sich am besten bei einer ausgedehnten Wanderung oder Radtour entdecken. Ausflügler finden auf dem Gemeindegebiet zahlreiche Parkplätze und Grillstellen.