Die Altstadt von Münsingen
Münsingen hat einen kleinen, aber bezaubernden ländlichen Stadtkern. Besonders schön ist er an den Markttagen, oder am ersten Adventswochenende, wenn hier der Weihnachtsmarkt stattfindet. Dann sind die Straßen mit Buden gefüllt, und die Besucher drängen sich hier nur so um die besten Eindrücke. Allerdings lohnt es sich auch an normalen Tagen, die Münsinger Altstadt zu besuchen. Hier befinden sich viele historische Gebäude, dazwischen gibt es stille Ecken und im Sommer auch Tische und Stühle vor den Cafés zum Sonne tanken.
Der Marktplatz liegt im Herzen der Stadt. Hier ist das um 1550 im Fachwerkstil erbaute Alte Rathaus ein markantes Gebäude. Der Marktbrunnen im Stil der Renaissance stammt etwa von 1600, anliegend der Hotel-Gasthof Herrmann von 1821. Beide ergeben ein sehr gutes Zusammenspiel, selbst das backsteinerne Haus an der einen Seite, das wohl vom Anfang des 20. Jahrhunderts stammt, fügt sich harmonisch in das Gesamtbild eines ländlichen Marktplatzes ein. Einige Schritte entfernt befindet sich auf der Anhöhe im Bereich der Salzgasse die Martinskirche. Sie wurde in ihrer heutigen Form 1495 durch Peter von Koblenz vollendet, die ursprünglich gotische Basilika gab es aber schon im 13. Jahrhundert.
In der Salzgasse 16 steht die Alte Stadtschreiberei und Realschule, ein schönes Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert. Ein paar Schritte weiter in der Nummer 19 an der Kreuzung mit dem Zehntscheuerweg die alte Zehntscheuer und Fruchtkasten vom 17. bis 19. Jahrhundert. 2002 wurde das Gebäude saniert und dient heute als Bürgerhaus der Stadtbibliothek, für Veranstaltungen und insbesondere als Kunstraum für Ausstellungen. Die Alte Post bergaufwärts ist ein besonders großartiges, lang gestrecktes Fachwerkgebäude aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Das ehemalige Gasthaus von 1558 diente nach dem Bau der Straße Münsingen-Ehingen von 1814 an als Poststation, daher rührt sein Name bis heute. Gegenüber befindet sich der Schlosshof, ein Zusammenspiel von Gebäuden aus dem 14. bis 19. Jahrhundert. In der alten Stadtburg ist heute die Außenstelle des Landratsamtes untergebracht, früher war hier der Sitz des ehemaligen selbstständigen Landkreises.
Kleinere Teile der ehemaligen Stadtmauer finden sich noch in der Hauptstraße. Sie entstand durch die Ernennung Münsingens zur Stadt im 14. Jahrhundert, wurde aber wie vielerorts im 19. Jahrhundert fast vollständig abgetragen. Ein weiterer Teil ist auf dem Bühl sichtbar. Abseits der Altstadt in der Bachwiesenstraße steht das Neue Rathaus, das 1935 bis 1937 im Heimatstil errichtet wurde. Es ist ein sehr wuchtiges, großes Fachwerkgebäude, das sich bis heute aber sehr harmonisch in das urige Stadtbild einfügt. Und bis heute hat hier die Stadtverwaltung ihren Sitz. An diesem Platz gibt es auch eine kleine Grünanlage, die zu besonderen Anlässen in einem festlichen Fahnenmeer aufgeht.
In einer Stadtführung erfahren Besucher noch mehr zu Geschichten und Hintergründen des historischen Lebens in Münsingen. Sie ist über die Touristinformation buchbar, dauert 1,5 Stunden und kostet pro Gruppe 30 Euro. Über die Stadtinformation lassen sich auch viele weitere Auskünfte einholen, gerade zu allen Fragen rund um den ehemaligen Truppenübungsplatz und ums Lautertal. Hier gibt es an einem Onlineterminal auch Zugriff auf das Tourismusangebot von Münsingen.
Abseits der Altstadt
Auf dem ehemaligen Kasernen- und Panzergelände entsteht seit 2004 die ausgedehnte Parksiedlung. Die alten Armeehinterlassenschaften wurden abgerissen und die Fläche mit Eigenheimen bebaut. Das Krankenhaus oberhalb der Altstadt wurde in einen schönen Neubau verlegt. In der Umgebung des alten Krankenhauses, an der Straße nach Trailfingen, wurde ebenfalls ein großes Neubaugebiet erschlossen, sodass Münsingen zurzeit im Wachsen begriffen ist. Entlang der Bundesstraße 465 nach Bad Urach / Metzingen siedelten sich Industriebetriebe und Einkaufsmärkte an. Hier gibt es jetzt sogar einen McDonald´s. Im Gebrauchtwarenmarkt Die zweite Chance kann man mitunter billigen Hausrat und Möbel kaufen.
Der Münsinger Bahnhof
Am westlichen Rande des Stadtkerns befindet sich der Münsinger Bahnhof der Schwäbischen Albbahn, wo heute wieder eine Verbindung nach Engstingen und Schelklingen bzw. Ulm besteht. Das Gebäude wurde 1893 erbaut und steht mit allen bahntechnischen Anlagen unter Kulturdenkmalschutz. 2006 eröffnete in den Räumen des Bahnhofs das Informationszentrum Reiseziel Natur. Es lädt den Besucher zu Streifzügen durch die Tier- und Pflanzenwelt, aber auch zu Entdeckungsreisen zu Menschen und Landschaften der Schwäbischen Alb ein. Hier ist die offizielle Infostelle des von der UNESCO anerkannten Nationalen Geoparks Schwäbische Alb. In der Gaststätte Stations-Buffet kann man albtypische Speisen probieren.
Bummelzug vor dem Bahnhof
Lohnenswertes in der Umgebung
Die Stadt Münsingen hat ein sehr großes Stadtgebiet und 14 Stadtteile. Darüber hinaus verfügt sie über einen Anteil am ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen. Dies zieht alljährlich zahlreiche Ausflügler und Touristen an. Was lohnt es sich, in der näheren Umgebung von Münsingen zu erkunden ?
Am Rande des südlichen Stadtkerns liegt der Beutenlay. Er ist ein Naherholungsgebiet mit Wacholderheiden und Enzianwiesen. Beispielhaft wird hier die Dreifelderwirtschaft vorgezeigt. Teilweise befinden sich rund um den Beutenlay auch Obstbaumwiesen und Freizeitgrundstücke. Seit Juni 2008 gibt es den Friedwald Münsingen. Hier werden, wie auf einem normalen Friedhof, Verstorbene bestattet, nur nicht in herkömmlichen Gräbern, sondern unter Bäumen. Auf einer Fläche von 64 Hektar stehen Buchen, alte Eichen, Ahorn und Douglasien. Immer wieder betritt man kleine Lichtungen und entdeckt Wege, auf denen man durch den Wald spazieren kann. An einem Andachtsplatz mit einem Kreuz können Trauer- und Gedenkfeiern abgehalten werden.
Blick auf Münsingen
Spaß im Nassen
Natürlich ist in Münsingen auch für die Badefreunde gesorgt. Im Freibad Münsingen gibt es mehrere Schwimmbecken mit Wasser aus einer Naturquelle. Der Besucher sonnt sich auf einer Liegewiese mit Bäumen. Das Hallenbad Münsingen hat ein 12 mal 25 m großes Schwimmbecken und ist an mehreren Tagen in der Woche geöffnet.
Regelmäßige Events und Feste
In Münsingen wird gern und gut gefeiert. Was läge da nicht näher, als es einmal selbst auszuprobieren ? Eine Möglichkeit ist der Biosphärenmarkt. Hier werden im Oktober die Stadt und die Schwäbische Alb präsentiert. Der Besucher kann unter 140 regionalen Händlern auswählen, und viele Speisen und Getränke verkosten. Daneben gibt es ein Unterhaltungsprogramm, Tierschau und verkaufsoffenen Sonntag.
Die schön & gut ist eine Messe rund um Essen, Trinken, Wohnen und Genuss. Sie findet im Alten Lager auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz statt. An Messetagen werden Führungen durch das Lager und historische Omnibusfahrten über die Panzerringstraße angeboten.
Der Truppenübungsplatz Münsingen
Ein völlig neues Erlebnis ist seit 2006 der in das Biosphärengebiet Schwäbische Alb einbezogene Ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen. Hier sind für den Besucher verschiedene Wege entlang von Wanderstrecken ausgewiesen, die es ermöglichen, die unzersiedelte Alblandschaft zu entdecken. Durch die jahrzehntelange militärische Nutzung des Geländes findet man es auf den ersten Blick heute so vor, wie es vor 100 Jahren aussah. Für die Besucher wurden ringsherum Parkplätze angelegt, von denen aus der Zugang gewährleistet ist. Motorfahrzeuge müssen draußen bleiben, denn dieses Gelände ist allein den Spaziergängern und Radfahrern vorbehalten.
Die Hauptattraktion und Ausgangspunkt vieler Wanderungen ist das verlassene Dorf Gruorn. Es wurde 1939 innerhalb kurzer Zeit zum Zweck der Vergrößerung des Platzes geräumt und war danach verlassen. Die alte Schule ist heute als Gedenkstätte hergerichtet und hat mit der Heimatstube auch eine kleine Gastwirtschaft, die an Sonntagen geöffnet ist. Besichtigt werden kann auch die Stephanuskirche mit dem Friedhof und dem Ehrenmal der Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Von hier aus starten die Besucher in die weite Landschaft. Die Wege sind ausgeschildert und dürfen nicht verlassen werden, da Gefahr durch herumliegende Munitionsreste besteht.
Das Tal der Großen Lauter
Sie entspringt in einer Karstquelle auf der Schwäbischen Alb, unweit des Ortes Offenhausen bei Gomadingen. Als linker Zufluss der Donau schlängelt sich die Lauter über 35 Kilometer durch ein Tal mit kleinen Dörfern, Wacholderheiden und alten Ritterburgen. Sehr beliebt ist das Lautertal als Ausflugsziel bei Einheimischen und Touristen, denn die Landschaft ist unverwechselbar. Im Sommer verkehrt an Sonn- und Feiertagen auch ein Radwandershuttle.
Der Startort Gomadingen ist wie geschaffen für einen Aufenthalt. Hier befindet sich der 844 Meter hohe Sternberg mit Aussichtsturm und gegenüber eine große Wacholderheide. Auch ein Feriendorf fehlt nicht, das viel Infrastruktur für den Gast bietet. Entlang der Lauter erreicht man das bekannte Haupt- und Landgestüt Marbach, auf dem schon seit dem 16. Jahrhundert verschiedene Pferderassen gezüchtet werden. Der Rundgang ist ein Erlebnis für die ganze Familie. Über den Ort Dapfen, der gute Gaststätten hat, kommt man in das bereits zu Münsingen gehörende Dorf Buttenhausen. Hier gibt es verschiedene Gedenkstätten und einen Rundgang, der an Orte jüdischer und christlicher Bewohner erinnert. Des Weiteren befindet sich auf einer Anhöhe oberhalb des Ortes der Jüdische Friedhof mit uralten Gräbern. An die Mauer lehnen sich Reste einer alten Burg.
Das nächste Dorf ist Münsingens Teilort Hundersingen, und hier steht gleich eine der vielen Burgruinen, die einst dafür zuständig waren, für den Schutz ihrer unterhalb gelegenen Siedlungen zu sorgen. Die Burg Hohenhundersingen lohnt auf jeden Fall den Besuch. Vom Panoramaweg ergibt sich ein einzigartiger Ausblick in das Tal. Im Ort befindet sich auch die Evangelische Kirche. Sie wurde 1612 erbaut und in neuerer Zeit umfassend renoviert. Von der Terrasse, auf der die Kirche steht, hat man eine schöne Aussicht.
Die nächste Sehenswürdigkeit befindet sich wieder oberhalb des Tales. Es handelt sich um die Burg Bichishausen. Das Dorf ist eines der kleinsten in der Umgebung und weist auch schöne Wacholderheiden und Kletterfelsen auf. Die Mitte des Ortes bildet die Pfarrkirche Sankt Gallus, welche im Jahr 1735 durch Ferdinand Fürst zu Fürstenberg im Barockstil erbaut wurde und zu der Bichishausen und einige Dörfer im Umland eingepfarrt sind. Hier gibt es ein Epitaph mit heraldischer Ahnenprobe des letzten Besitzers der Burg und seiner Gattin aus den Jahren 1541 / 1545.
Die Burg Hohengundelfingen im Nachbarort ist noch sehr gut erhalten und das Pendant zur gegenüber liegenden Burg Niedergundelfingen. Ein Stückchen weiter liegt schon die Hayinger Gemarkung. Hier findet man auf einem Bergsporn über dem Lautertal die Burg Derneck, eine Schildmauerburg aus dem 14. Jahrhundert. Sie kann besichtigt werden und bietet einen großartigen Ausblick. Das Wanderheim, das hier untergebracht ist, erfreut sich großer Beliebtheit und lädt seine Gäste zu Kaffee, Kuchen oder auch zu einer Übernachtung ein.
Gut schlafen in Münsingen
Direkt am Marktplatz steht der Hotel-Gasthof Herrmann. Er zeichnet sich durch seine zentrale Lage und die gehobene Gastronomie aus. Der Gasthof Zum Ochsen befindet sich im Teilort Auingen an der durch die Umgehung ruhigen Hauptstraße. Hier findet der Gast einfach eingerichtete Zimmer. Im schönen Lautertal liegt das Land- und Ferienhotel Wittstaig im Teilort Gundelfingen. Es bietet Zimmer und Appartements für Nichtraucher und lädt auch Hunde herzlich ein.
Viele der Unterkünfte in Münsingen kommen von Privatanbietern. Es handelt sich hierbei um Ferienhäuser und -wohnungen, die oft in den landschaftlich reizvollsten Gebieten Münsingens, wie im Lautertal, liegen. Dabei genießt man die Vorteile aus schwäbischer Gastlichkeit und modernem Wohnen.
Zwischen Münsingen und Dottingen liegt an der Straße der Schepperhof. Hier kann man Urlaub auf dem Bauernhof machen und lernt das ländliche Leben kennen. Man kann an einer Hofführung teilnehmen, Grillen, Bauernbrot genießen, Tischtennis und Tischfußball spielen oder bei der Arbeit mithelfen.
Speziell für junge Leute gibt es das Pfadfinderbergheim Schachen bei Buttenhausen. Durch die Lage am Lautertal wird eine Vielzahl an Freizeitaktivitäten möglich. Recht nah am Stadtkern liegt das CVJM-Heim. Hier können vor allem junge Gäste die Natur erleben, und trotzdem alle Annehmlichkeiten der Kleinstadt genießen.
- Bad Urach mit historischem Stadtkern und Thermalbad
- Outletzentrum Metzingen mit sehenswerter Altstadt
- Einkaufsstadt Reutlingen, Berg Achalm mit Ruine (707 m)
Münsingen
und seine Umgebung gefällt den Besuchern. Im Sommer ist es nicht zu warm, und die Winter können sehr kalt sein und schneereich sein, sodass man auch von Schwäbisch-Sibirien spricht. Münsingen profiliert sich in den vergangenen Jahren als Wohnort und Einkaufsstadt auf der Schwäbischen Alb. Doch auch wenn man von weither hier hinaufkommt, kann man viele Tage lang etwas erleben. Das Stadtgebiet von Münsingen hat so viele Freizeitmöglichkeiten, und zu jeder Jahreszeit hat die Stadt ihren ganz eigenen Reiz.








