Burladingen

Die Stadt Burladingen ist ein Teil der Zollernalb und mit ihrer relativ großen Gemarkung zwischen Balingen, Reutlingen und Sigmaringen gelegen. Sie besteht aus zehn Stadtteilen. Den Mittelpunkt bildet der gleichnamige Ort, wo das Flüsschen Fehla entspringt. Aus einem Dorf hervorgegangen, siedelten sich dort Textilbetriebe an, und es folgte ein Aufschwung bis in die Gegenwart. Immer noch hat hier ein namhafter Textilhersteller seinen Sitz. Der heutige Ort breitet sich entlang der Höhenzüge des sonst bewaldeten Albtraufs aus.

Auf dem Kornbühl

Die Umgebung ist teilweise noch sehr ländlich geprägt und hat sich ihre Ursprünglichkeit bewahrt. Auf der Schwäbischen Alb gibt es in dieser Gegend große unbesiedelte Flächen, auf denen Landwirtschaft betrieben wird. Aber es gibt auch ausgedehnte Wälder, die zu kilometerweiten Wanderungen einladen. Das Netz an asphaltierten und geschotterten Wegen ist sehr gut. Entlang des Albtraufs ergeben sich gute Ausblicke auf das Unterland, zum Beispiel am Dreifürstenstein.

Burladingen ist kein touristischer Ort im klassischen Sinn. In dieser Gegend gibt es keinen Massentourismus. Aber man kann sagen, dass es auch vom nahen Sonnenbühl profitiert, das sich viel mehr auf Urlauber ausgerichtet hat. Dennoch gibt es in Burladingen und den Dörfern eine ganze Reihe an Gästehäusern, Pensionen und Ferienwohnungen. Hier muss man nicht unbedingt einen längeren Aufenthalt verbringen, vielmehr bieten sich auch Kurzausflüge aus dem Raum Stuttgart, Reutlingen / Tübingen oder eben von Sonnenbühl aus an. Welche Sehenswürdigkeiten sind es also, für die sich ein Besuch von Burladingen lohnt ?

Landschaft zwischen Melchingen und Salmendingen

Die Ruine Hohenmelchingen befindet sich südöstlich des gleichnamigen Dorfes auf der "Halde". Hierhin gelangt man über einen gut ausgebauten Fahrweg, der dann in einen Waldweg abzweigt. Die Burg wurde 1344 erstmals erwähnt, der Besitz wechselte von den Württembergern an einen Privatherren und dann zu den Werdenbergern. 1580 wird sie als "Burgstall" genannt, also als zerstörte Burg. Die Umfassungsmauer ist 240 Meter lang, wurde an vielen Stellen aber bereits abgetragen. Das Vorderhaus mit fünfeckigem Grundriss ist noch bis zum Anfang des vierten Stockwerks erhalten. Rund um den oberen Hof stehen Reste von Gebäuden mit bis zu fünf bis sechs Metern Mauerhöhe. Fenster- und Türaussparungen sind noch erhalten. In einer Ecke befindet sich der Brunnen. Der zehn Meter breite Burggraben hat sicherlich schon bessere Zeiten gesehen, doch immerhin ist er auch heute noch drei bis vier Meter tief.

Ruine Hohenmelchingen

Schon von weither zu sehen ist der Windpark befindet sich auf dem Himmelberg bei Melchingen. Schon 1995 wurden hier drei Windkraftanlagen vom Typ Micon M1500-600 errichtet. Sie waren damit die Pioniere und zugleich Vorbild für weitere Anlagen. Der Besucher kann hier nicht nur die Windräder betrachten, sondern sich auf einer Tafel auch über technische Details und die aktuellen Antriebswerte informieren. Darüber hinaus lohnt sich der Blick vom Himmelberg ins Tal, Richtung Melchingen, Salmendingen und über die Albhochfläche bis zum Trauf.

Moderne Energiegewinnung am Windpark Himmelberg

Die katholische Pfarrkirche Sankt Michael überragt den Ortskern von Salmendingen, da sie erhöht an einem Hang steht. Sie wurde um 1750 von Hofpalier Franz Singer im Barock-Stil erbaut. Wie damals üblich, ist der Innenraum reich an sakraler Kunst. Fresken und Skulpturen sowie Deckengemälde befinden sich darunter. Franz Joseph Spiegler aus Riedlingen, der bedeutendste Maler des schwäbischen Barock, malte die Bilder der Seitenaltäre. Seit 2002 ist hier auch Inventar der St.- Anna-Kapelle auf dem Kornbühl zu sehen. Im Außenbereich steht ein alter Grabstein als Andenken an den Erbauer der Kirche, Matthäus Werner von Fürstenberg. Sehenswert ist auch der blumengeschmückte Dorfbrunnen mit dem Bildnis des Heiligen Nepomuk an der Kreuzung St.-Nepomuk-Straße / Schweizergasse.

Sankt Michaelskirche in Salmendingen
 
Beim Dorf Salmendingen ist der Kornbühl gelegen, eine Kuppe inmitten der Alblandschaft mit 886 m ü.NN. Auf ihm steht die bekannte Salmendinger Kapelle. Am Weg auf den Gipfel kommt der Besucher an Fensterkästen mit christlichen Darstellungen der Kreuzigung Jesu vorbei. Von oben ergibt sich eine gute Aussicht über die umgebende Landschaft, die Dörfer und ins Tal Richtung Mössingen und Tübingen. Hier tritt die Weißjuraschicht am höchsten zu Tage. Um den Kornbühl herum führen schöne Wanderwege, ins Laucherttal und nach Burladingen. Diese kann man auch von Sonnenbühl aus erkunden.

Die Salmendinger Kapelle
 
Darüber hinaus bietet sich Naturfreunden nach schneereichen Wintern ein ganz besonderer Genuss. Gegenüber dem Kornbühl befindet sich eine Senke, die sich dann mit Schmelzwasser vom Schnee füllt. Auf diese Weise entsteht ein See, der Märzenbrunnen genannt wird. Mit einem durchaus beträchtlichem Ausmaß, kann er auf den Wegen umgangen werden. Er wird von kleinen Zuflüssen gespeist und bleibt nur wenige Wochen, bis sein Wasser wieder im Ackerboden verschwindet. Die Zufahrt für den Kraftverkehr ist nicht erlaubt, Besucher können das Auto beim Wanderparkplatz am Kornbühl stehen lassen.

Märzenbrunnen mit Kornbühl
 
Ebenfalls von dort aus lässt sich eine ausgedehnte Wanderung gestalten. Vom Parkplatz an der Straße nach Ringingen läuft man in westlicher Richtung übers freie Feld, oder fährt noch ein Stück weiter nach hinten zum Wald. Als Zielpunkt dieser Wanderung erreicht man den Dreifürstenstein, welcher der Hausberg der Stadt Mössingen ist. Mit 854 m ü.NN. ist er der höchste Berg des Landkreises Tübingen. Er fällt nach drei Seiten steil ab und war bis 1806 das Dreiländereck zwischen den Territorien des Herzogtumes Württemberg, Fürstentums Hohenzollern und Fürstentums Fürstenberg. Heute grenzen hier der Zollernalbkreis und der Landkreis Tübingen sowie die drei Städte Hechingen, Burladingen und Mössingen aneinander. Im Wald gibt es entlang des Weges noch zahlreiche Grenzsteine. Auf dem Dreifürstenstein steht eine Schutzhütte mit einer Informationstafel, die auch Daten zur Geschichte und eine Landkarte enthält Darüber hinaus befindet sich hier eine Grillstelle. Der Besucher hat eine Aussicht in die hohenzollerischen Lande mit der Stammburg des preußischen Adelsgeschlechtes, zur Stadt Mössingen mit dem Steinlachtal und bei guter Wetterlage bis zu den Höhen des Schwarzwaldes.

Blick in die hohenzollerischen Lande
 
Die Ruine Hohenringingen wird auch Nähburg genannt und befindet sich bei dem Burladinger Ortsteil. Sie wurde erstmals 1180 erwähnt, zwei Ritter namens Dietrich und Otto wohnten hier. Im 15. Jahrhundert wurde die Burg zerstört und verlassen, im Jahre 1508 als Stall erwähnt. Seit 1972 wurde sie restauriert und bietet heute wieder einen zugänglichen Burgturm. In diesen ist unter anderem das württembergische Wappen eingelassen. Die Fensteröffnungen sind mit Gittern versehen. Die Aussicht umfasst das Dorf und die weite Albhochfläche bis hinter den Kornbühl. Neben dem Turm sind auch Teile der Ringmauer und des Grabens erhalten, über den eine hölzerne Brücke führt.

Hohenringingen (Nähburg)

Zwischen Ringingen und der Stadt Burladingen steht auf einem Felsen die Ruine Ringelstein, auch Aloisschlößle genannt. Zum Besuch sollte man eine kleine Wanderung einplanen, die auch über Anstiege verfügt. An der Straße Richtung Burladingen kann man das Auto auf einem Wanderparkplatz abstellen. Die Burg wurde um 1150 erbaut und besteht lediglich aus einem Wohnturm als einziges Gebäude. Seit 1932 begann man, die Reste der Anlage zu sichern.

Ruine Ringelstein

Erhalten sind heute noch Teile des Burgturmes und des Grabens sowie Mauerreste. Es wurden zwei Tafeln angebracht, die mit geschichtlichen Hintergründen und einem Plan der Burg versehen sind. Der Weg ist nicht leicht zu finden, lediglich ein Schild im Wald deutet auf die Stelle hin. Man orientiert sich am besten mit der topografischen Wanderkarte (Freizeitkarten Baden-Württemberg, Blatt 523, Tübingen, Reutlingen), auf der die genaue Lage eingezeichnet ist.