Stuttgart

Die Landeshauptstadt befindet sich fast in der Mitte von Baden-Württemberg. So ideal, wie alle Hauptstädte liegen sollten. Stuttgart hat Anbindung an den Großraum, die Metropolregion und vielfältige Ziele im In- und Ausland. Hier laufen nicht nur Bundesstraßen zusammen, sondern auch die Autobahn von Karlsruhe / München mit der zum Bodensee. Es gibt ein gutes Angebot an Bahnverbindungen, zu denen der TGV nach Paris zählt. Der Flughafen und die Messe befinden sich auf den Fildern.

Stuttgart: Altes Schloss, Rathaus, Stiftskirche und Königstraße

Die Anfänge von Stuttgart

Die Stadt soll zu Anfang des dreizehnten Jahrhunderts aus einem Stutengarten entstanden sein. Das Wappen ist eine schwarze säugende Stute im weißen Feld. Graf Eberhard, der Erlauchte, verlegte seine Residenz vom Rothenberg 1320 hierher, und so wuchs der Ort zur Hauptstadt. Neben der Stiftskirche stand früher das älteste Haus, das Stuthaus. Jenseits dieser Kirche liegt die alte Stadt, von der sich aufgrund der Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg nicht mehr viel erhalten hat. Einige Gebäude wurden danach auf den Wunsch der Bevölkerung wieder aufgebaut. In der umgebenden Vorstadt lebten im 19. Jahrhundert die reichen Bürger. Sie war schön, regelmäßig und höher gelegen. Alle Hauptschönheiten, neue Straßen und die ganze Umgestaltung dieser Zeit, sind König Friedrich und Wilhelm I. zu verdanken.

Stiftskirche und Fruchtkasten

Aufschwung im industriellen Zeitalter

Stuttgart zählte, mit Einschluss der dazu gehörigen Weiler, um 1850 über 42.000 Einwohner. Bedenkt man, dass zu Anfang des 19. Jahrhunderts kaum 18.000 Seelen, also 3/7 der späteren Bevölkerung auf die Stadt kamen, kann man den großen Zuwachs in so kurzer Zeit recht überraschend finden. Die Erklärung liegt in den damaligen unverkennbaren Fortschritten in materieller und sozialer Beziehung. Die Grundlage schuf eine intelligente und milde Verwaltung, unter der sich auch der Wohlstand in dieser Zeit bedeutend gehoben hat.

Künste, Gewerbe und Fabriken waren in stetem, erfreulichem Zunehmen begriffen, darunter besonders die Schmuckhersteller. Nach allen Seiten erhoben sich schöne Vorstädte und verlängerte, breiter gebaute Straßen mit geschmackvollen Gebäuden. Die Stadttore wurden zum großen Teil ohne Zögern abgerissen. Bereits 1875 erreichte Stuttgart mit über 100.000 Einwohnern den Rang einer Großstadt. Der weitere Zuzug hielt an, Menschen aus allen Richtungen wollten hier wohnen und arbeiten. 1905 zählte man 250.000 Einwohner, und um 1950 waren es, auch dank der Flüchtlingswellen, erstmals eine halbe Million.

Häuser aus Alt-Stuttgart

Stuttgart heute

Heute hat Stuttgart um die 600.000 Einwohner und ist eine multikulturelle Metropole und Wohnort für Menschen aus allen Ländern der Welt. Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund beträgt über 40%. Alle Religionen haben in der Stadt ein Zuhause gefunden. Stuttgart verfügt mit großen, weltweit bekannten Firmen über wichtige Arbeitgeber, ist aber auch Ausbildungs- und Studienort. Seit langer Zeit verehrt man hier die schönen Künste, sammelt Wertvolles in Museen und Galerien und setzt berühmten Menschen ein Denkmal.

Obwohl die Stadt einem ständigen Wandel ausgesetzt ist, so ist ihre Geschichte stets präsent. In dieser landschaftlich reizvollen Umgebung wollen viele Menschen wohnen. Hier ist alles schnell erreichbar, und doch können die ganzen Vorteile einer Großstadt in Anspruch genommen werden. Die schwäbische Kultur ist nach wie vor wichtig, auch wenn sie oft keine große Rolle mehr spielt. Erhalten geblieben sind die Grundwerte wie Fleiß, Sauberkeit und Bodenständigkeit.

Die Einkaufsmeile - Königstraße

Leben in Stuttgart

Ein außerordentlich freundliches Prestige gibt es der Stadt, dass sie fast nach allen Richtungen mit grünen Hügeln begrenzt ist. Früher zogen sich an den vorderen Seiten meist Weinberge hin. Später wurden diese mit Villen bebaut, während ein Waldsaum den Hintergrund bildet. Und noch immer erinnern manche Gegenden an einen Garten. Die Stuttgarter erholen sich nicht nur auf den Bergen, sondern auch in den zahlreichen Parkanlagen. Unter ihnen ist der Schlossgarten der bekannteste und älteste. Er reicht vom Zentrum bis nach Bad Cannstatt zum Neckarufer.

Zwei Elemente waren in der Stadt schon immer nicht so angenehm - Luft und Wasser! Im Winter liegen lang anhaltende Nebel auf dem Tal, und im Sommer beeinträchtigen dichte Ausdünstungen die Lebensqualität. Wer davon Erholung braucht, sollte die Höhen suchen. Im Sommer eignet sich dafür ein Aufenthalt im schattenreichen Ludwigsburg.

Unten Stadt, oben Landschaft

Alltag zwischen Industrie und Weinreben

Sehr viel ist für Stuttgart geschehen. Aber die landschaftlichen Bedingungen verhinderten zumeist großartige Planungen. Alles ist eingezwängt in diesen Kessel von hohen und nahen Bergen, der sich bloß gegen Bad Cannstatt in ein schmales langes Tal öffnet. Dahinter befindet sich das Neckartal nach Esslingen, das zwar stark industrialisiert ist, aber mit Weinbergen und vielen Wanderwegen einige Naturschönheiten aufweist.

Stuttgart bietet, wie nur wenige Hauptstädte, die herrlichsten Spaziergänge und abwechslungsreichsten Gesichtspunkte, wenn man sich Zeit und Mühe nimmt, die Höhen zu besteigen - sie sind „herzig nett!“ Das Leben ist gut und bisweilen auch gesellig. Stuttgart war lange Zeit ein wichtiger Militärstandort und offen für Fremdenzufluss. Hohe Mieten und Unterhaltskosten beeinflussen heute wie überall das Wohnen in der schwäbischen Metropole. Dennoch, wer im Winter keine stark geheizten Zimmer mag, findet in Stuttgart noch verhältnismäßig angenehme Temperaturen vor.

Staatstheater im Schlossgarten, rechts oben der Fernsehturm

Resonanzen zu Stuttgart

Der Humanist und Ritter Ulrich von Hutten (1488 - 1523), der Italien kannte, fand die Lage der Stadt vorzüglich. Land, Berge, Täler, die Früchte und den Wein, selbst Luft und Wasser schloss er mit ein, und sagte: „ipsam Stuttgardiam terrae Paradisum appellant“ Suevi, zu Deutsch: Es geit nur oi Stuagert! Der Stuttgarter ist schwer aus seiner Stadt zu bringen, und sage man, was man will, er entgegnet: „Es isch oinewäg nur oi Stuagert!“ Und sonderbar, diese Neigung zu den glücklichen Gefilden am Neckar wirkt bei längerem Aufenthalt auch auf den Zugereisten.

Stuttgart sollte eigentlich da liegen, wo sich das weit ältere Bad Cannstatt befindet, am schönen Neckar. Stattdessen entwickelte sich die Stadt am 12,8 Kilometer langen Nesenbach, der von Vaihingen aus dem Neckar zufließt. Heute allerdings nicht mehr oberirdisch, sondern in einem Kanalisationssystem. Das Lob dieses Baches hat um 1850 ein Dichter namens Heinrich, Wirt zum wilden Manne besungen. Heinrich ließ sich hierbei durch Friedrich von Matthisson (1761 - 1831) inspirieren, der den Genfersee besang, und entwickelte daraus einen Vergleich zum Nesenbach:

„Plötzlich fällt er, und Arome breiten
Sich aus seinem dicken schwarzen Schlamm,
Keine Fruchtbarkeit er zwar verbreitet,
Aber Nasen er mit Düften weidet -

und ich stehe nicht dafür, dass im Winter patriotische Stuttgarter,

die in Petersburg gewesen, meinen,
täuschend sey die Newa hier im Kleinen,

und beim Nesenbach schwören, wie die seligen Götter beim Styx.“

Die Königstraße vom Bahnhofsturm aus betrachtet

Schwäbische Lebensfreude

Die Gasthöfe und Kaffeehäuser Stuttgarts standen früher in dem Ruf, sich mit den besten in der Schweiz und den Rheingegenden kühn messen zu dürfen. Ähnlich wie München, ist die Stadt mit lauschigen Biergärten gesegnet. Das Publikum hat hier eine große Auswahl an schwäbischen und internationalen Spezialitäten, in höchst unterschiedlichen Preislagen. Überhaupt geht es in der Stadt höchst lebendig zu.

Die Atmosphäre ist einem stetigen Wandel ausgesetzt. Viele Menschen wandern ab und neue Gesichter ziehen zu. Und trotzdem kann Stuttgart von sich behaupten, die Grundzüge seines schwäbischen Charakters bewahrt zu haben.

Wurmlinger Kapelle

Hoch oben stehet die Kapelle

Von Tübingen erstreckt sich in Richtung Rottenburg ein Bergrücken, auf dessen westlichstem Ausläufer die Wurmlinger Kapelle steht. Sie ist nicht nur ein magischer Anziehungspunkt für Katholiken, sondern auch ein beliebtes Ausflugsziel für Familien. Ludwig Uhland widmete ihr das Lied "Hoch oben stehet die Kapelle".

Neben der Kirche im Ortskern es zwei sehenswerte Kreuze mit Inri. Nicht sehr weit davon führt der Weg den Berg hinauf. Hier kann der Besucher die ersten Bildstöcke und Kreuze bewundern. Die Zahl nimmt auf der weiteren Strecke zu. Auf einigen sind Jahreszahlen wie 1821 zu lesen, viele enthalten Marienabbildungen und ähnliches. Etwa auf der Mitte des Spitzberges angekommen, sieht man schon die ersten mit Wein bewachsenen Hänge. Weitere Wege laden hier ein, den Berg ausführlich zu erkunden. Verlockend ist es, erst einmal die dortige Aussicht auf sich wirken zu lassen. Hier liegt das Neckartal mit Tübingen zur linken und Rottenburg zur rechten Hand, davor befinden sich die Hirschauer Baggerseen und dahinter die blaue Mauer der Schwäbischen Alb.

Wurmlinger Kapelle

Fast oben angekommen, sieht man zur anderen Seite in das Tal hinab und erkennt in der Ferne die Stadt Herrenberg, den Schwarzwald und in der Nähe Teile der Stadt Tübingen. Hier steht auch schon die prächtige Wurmlinger Kapelle. Die Außenmauern beschützen sie wie ein Schmuckgewand. Draußen ist ein Schild mit Ludwig Uhlands Lied angebracht. Den Hof der Kapelle betritt man durch ein altes Tor und über eine kleine Treppe. Zugleich befindet sich hier der Friedhof der Wurmlinger. Der Ausblick ist nochmal so schön, und man kann ein fantastisches Rundumpanorama genießen. An Sonntagen zur warmen Jahreszeit ist die Kapelle auch geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.

Blick Richtung Schwäbische Alb

Bevor man den Rückweg antritt, wäre es die Überlegung wert, wo man weitergehen will. Ringsherum gibt es schöne Wacholderheiden und einen kleinen Freizeitplatz. Ebenso ließe sich der Weg durch die Weinberge oder nach Hirschau hinunter empfehlen.

Lage: 72108 Rottenburg - Wurmlingen. Anfahrt von Reutlingen / Tübingen in Richtung Rottenburg, dann rechts ab über Hirschau nach Wurmlingen. Von der Autobahn 81 die Abfahrt Rottenburg, von der Stadt sind es noch 4 km bis zum Wanderparkplatz in Wurmlingen.

Villa Rustica Hechingen Stein

Römische Geschichte begreifbar gemacht

Im Jahre 1973 entdeckte der Bürgermeister der Gemeinde Stein die Mauern eines römischen Gutshofes im Wald in der Nähe des Ortes. Seit 1978 wurde wiederholt dort ausgegraben, bis schließlich feststand, mit was für einem großen Fund man es zu tun hatte. Um diese Stätte nicht verkümmern zu lassen, wurde sie rekonstruiert und 1991 der Öffentlichkeit als Freilichtmuseum zur Verfügung gestellt.

Villa Rustica

Aufgrund der Bedeutung wird das Konzept der Villa Rustica Jahr um Jahr weiterentwickelt. Römische Wohnräume wurden wiederhergestellt und ein Ausstellungsraum steht zur Verfügung. Das Bad mit Tempelbezirk ist beispiellos in Baden-Württemberg. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören auch ein Tempelchen mit Abgüssen römischer Statuen, eine Schmiede und das Mühlengebäude. Weite Teile lassen sich schon vom Außengelände überblicken.

Die Hauptattraktion ist die Portikusvilla, auf deren Rückseite ein Innenhof mit davon abgehenden Räumen liegt. An Exponaten sind unter anderem römische Gebrauchskeramik, Terra Sigillata, Metallartefakte wie Fibeln und Gürtelschnallen oder Werkzeuge zu sehen.

Römische Statuen und Reliefs

Rund um den Kern der Anlage konnten in den letzten Jahren zahlreiche weitere Entdeckungen gemacht werden. Vom Parkplatz läuft der Besucher nur kurz einen Waldweg hinauf, an dessen Rand schon das abgezäunte Gelände der Villa reicht. An der Seite befindet sich eine Mauer mit einem Durchgang, die ganz in römischer Bauweise rekonstruiert und bemalt ist. Inschriften danken in lateinischer Sprache den modernen Förderern.

Nebeneingang

Ein Werkstattgebäude beherbergt die Sachen, die ein römischer Handwerker für seine Arbeit brauchte. Römische Statuen und eine Säule zieren den Rundweg im Inneren der Anlage. Überall finden sich Mauerreste, die in mühevoller archäologischer Feinarbeit ausgegraben und konserviert wurden. Auf der anderen Seite des Weges wurde ein Teil des Waldes gerodet und für Zwecke des Museums ausgebaut.

Mit viel Liebe gestalteter Museumsbereich

Die Villa Rustica mit ihrer bedeutenden Geschichte ist ein Ausflugsziel für Laien und Fachleute. Auch für Familien lohnt es sich sehr. In anschaulicher Weise wird das römische Leben in Süddeutschland dargestellt. Die Eintrittspreise sind angemessen, und im Rahmen der Führung kann man sich auch original römisch verköstigen.

Gutshof mit Badeanlagen

Lage: 72379 Hechingen - Stein. Anfahrt von der A 81 Bodenseeautobahn bis zur Ausfahrt Empfingen, dann die B 32 bis Abfahrt Hechingen-Stein. Von der B 27 Stuttgart - Tübingen Abfahrt Hechingen, dann weiter bis Stein. Ab dort ist alles ausgeschildert und der Parkplatz befindet sich in nur geringer Entfernung zur Hauptstraße.

Grabmalrelief eines Händlers an der Auffahrt zum Parkplatz

Mössinger Bergrutsch

Naturspektakel am Rande der Schwäbischen Alb

Südlich von Tübingen und Reutlingen befindet sich am Verlauf des Albtraufes der Mössinger Bergrutsch. Am 12. April 1983 stürzten hier Unmengen an Gesteinsmaterial, Erdreich und Waldbestand in die Tiefe, nachdem es tagelang geregnet hatte. Weil der Berg zu diesem Zeitpunkt durch Nebel verdeckt war, sahen und hörten die Einwohner der umliegenden Dörfer davon wenig. Doch es wurde rasch deutlich, was sich hier abgespielt hatte: Der größte Bergrutsch in Baden-Württemberg seit 100 Jahren.

Mössinger Bergrutsch
Quelle und Urheber: Schwäbische Alb Tourismusverband e.V.
in Bad Urach


Touristisch ist das Gebiet heute gut erschlossen. Von Mössingen / Belsen oder Talheim gibt es Fahrstraßen, die den Berg hinaufführen. In der Nähe befindet sich ein Wanderparkplatz, der auch für Busse geeignet ist. Dort kann die Wanderung begonnen werden. Das ist der offizielle Weg, der mit Infotafeln und allerlei Wissenswertem rund um den Bergrutsch ausgestattet ist.

Zunächst läuft man nur bergaufwärts, bis der erste Aussichtspunkt auf Mössingen erreicht ist. Unterhalb kann der Besucher schon die Hangrutschungen ausmachen, die mittlerweile wieder von Gräsern und Sträuchern überwuchert werden. Links führt ein Weg in den Wald hinein, von wo man den gewaltigsten Teil des Bergrutsches betrachten kann. Dort dominiert klar eine riesige Abbruchkante im Felsgestein. Einfach alles ist an dieser Stelle in die Tiefe gestürzt. Wäre jemand zu diesem Zeitpunkt hier gewesen, hätte er keine Chance gehabt.

Beeindruckend und zugleich beängstigend ist die Naturgewalt hier deutlich geworden. Weit hinein darf man nicht gehen, denn es kann noch passieren, dass Steine ins Rutschen kommen. Der Rundwanderweg führt durch den Wald und lässt dennoch die Möglichkeit zu, direkt durch das untere Rutschgebiet zu laufen. Kurioserweise gibt es hier einen oberen und unteren Rutsch, mit einem durchgehenden Streifen, der dazwischen stehen geblieben ist. Spaß macht es auf alle Fälle, einmal dort zu wandern, wo der Bergrutsch aktiv war. Es ist nur ein schmaler Pfad, wo man gut zu Fuß sein sollte. Hier blühen auch wieder seltene Pflanzenarten, und Kleinstlebewesen haben sich angesiedelt.

Bergrutsch im Winter

Durchgehend kann man sich anhand der Infotafeln einen Einblick zu den Hintergründen verschaffen. Wem das nicht genügt, kann sich auch an Armin Dieter wenden, der sich ausführlich mit dem Bergrutsch beschäftigt und ein Buch darüber herausgegeben hat. Er bietet regelmäßig Führungen an, die um die 10 Euro pro Person kosten. Diese schöne Wanderung ist allen zu empfehlen, die sich für das Naturspektakel interessieren. Hier lohnt sich auch eine längere Anfahrt, denn in der Umgebung liegen weitere Ausflugsziele wie die Burg Hohenzollern oder die Stadt Tübingen.

Lage: 72116 Mössingen / Belsen oder Talheim. Anfahrt über die kleinen Straßen ist innerörtlich ausgeschildert.

Heidengraben Oppidum

Größtes keltisches Oppidum in Deutschland

Der Heidengraben befindet sich auf der Schwäbischen Alb, nahe zur Kurstadt Bad Urach. Sein Gebiet liegt zwischen den Gemeinden Hülben und Grabenstetten im Landkreis Reutlingen und Erkenbrechtsweiler im Landkreis Esslingen. An dieser Stelle befand sich in der Zeit um das sechste Jahrhundert v. Chr. eine ausgedehnte Stadt, die von Kelten bewohnt war. Mauern und Gräben boten ihr Schutz. Der Heidengraben ist heute nicht nur das größte keltische Oppidum in Deutschland, sondern auch eines der größten Europas.

Grabhügel beim Burrenhof

Schon bei der Anfahrt kann man beim Burrenhof große keltische Grabhügel sehen, die gar aus dem 8. bis 6. Jahrhundert v. Chr. stammen. Einige dieser Grabhügel wurden bereits von Wissenschaftlern untersucht. Fährt man die Straße weiter Richtung Grabenstetten, befindet sich auf der rechten Seite ein beliebter Wanderparkplatz. Dieser ist der Ausgangspunkt für eine Wanderung am Heidengraben. Von hier ab stehen überall entlang des Grabens Infotafeln, die detailliert über die Geschichte des Ortes Auskunft geben.

Man hat die Möglichkeit, die Fläche des riesigen Oppidums direkt auf den Wanderwegen zu erkunden, oder die informativere Strecke über den Wall zu nehmen. Der Wanderer kann hier direkt auf dem Wall spazieren gehen und von oben die Landschaft betrachten. Man sieht genau, an welchen Stellen das Oppidum abgesichert war, und kann mitunter auch noch Unebenheiten im Gelände erkennen, die auf die keltische Stadt hindeuten. Es ist ein sehr schöner Rundgang, der besonders im Frühling Spaß macht, wenn hier alles blüht. Manchmal ist der Wall kurz von Feldwegen unterbrochen.

Ausgrabungen an der Straße nach Erkenbrechtsweiler

Dieses Ausflugsziel eignet sich für den Geschichtsfreund, Archäologen oder einfach den Wanderer, der Spaß an besonderen Entdeckungen hat. In Grabenstetten gibt es zudem das Museum am Heidengraben, das Funde und Informationen aus der Umgebung zeigt. Es ist aber nur sonntags während der Sommerzeit geöffnet.

Auf diese Weise lernt man viel über die bedeutsame Vergangenheit des Ortes. Dank der schönen Landschaft lohnt es sich auch, von weither zum Heidengraben zu kommen. Als nächst gelegene Ausflugsziele bieten sich ein Segelflugplatz sowie die bekannte Burg Hohenneuffen an.

Lage: 72582 Grabenstetten. Anfahrt von Bad Urach, Neuffen oder Kirchheim / Teck. Ausgeschilderte Parkplätze entlang der Kreisstraßen.

Burg Hohenzollern

Preußische Vergangenheit in Schwaben

Die Burg ist ein Stammsitz des hohenzollerischen Fürstengeschlechts. Noch heute ist sie Zentrum der preußischen Familie für Zusammenkünfte und Veranstaltungen. Das sie umgebende Land bestand aus den Fürstentümern Hechingen und Sigmaringen und gehörte jahrhundertelang zu Preußen, bis es nach dem Zweiten Weltkrieg dem Land Baden-Württemberg eingegliedert wurde. Die Burg hat sich aber viel von der preußischen Vergangenheit erhalten.

Man sieht die Burg auf dem 855 m hohen Zollerberg schon von weit her. Etwa auf der Mitte gibt es zwei große gebührenpflichtige Parkplätze. Wer hinauf laufen will, sollte gut zu Fuß sein. Zur Wahl stehen ein steiler Fußweg und eine Serpentinenstraße, die nicht weniger anstrengend ist. Nach der letzten Kurve kann man hinter der langen Geraden schon die ersten Mauern sehen. Hoch oben türmen sie sich auf und sind ein eindrucksvoller Anblick.

Burg Hohenzollern
Quelle und Urheber: Schwäbische Alb Tourismusverband e.V.
in Bad Urach, Fotograf: Achim Mende

Vor dem Eingang befindet sich die Kasse. Durch dunkle Gänge und in Schleifen geht man hinauf bis zu den Zinnen, die dem Besucher eine wunderschöne Aussicht auf das Umland bieten. Im Burghof gibt es eine Kirche, Türme und zahlreiche verschnörkelte Bauten. Der Innenhof wartet mit einer Kanone und prächtigen Panoramen von einer Plattform auf.

Der Zugang zu den Verliesen und Geheimgang ist inklusive. Dort stehen Büsten der preußischen Kaiser und eine lustige Truppe von laut lachenden Gestalten macht als Animation auf sich aufmerksam. Wer noch Lust auf die 35-minütige Führung hat, kann gegen einen Aufpreis von 4 Euro teilnehmen. Die Räume enthalten noch viele Kostbarkeiten aus dem preußischen Besitz. Doch auch mit dem einfachen Eintritt in den Innenhof kann man viele der Kuriositäten bestaunen. Rund um die obere Anlage führt ein Aussichtsweg, an dem auch die Statuen der preußischen Kaiser stehen. Wer den Kopf hebt, sieht die mächtigen Mauern und vielen Fenster.

Auf der Burg gibt es noch eine Schenke, einen Burgshop und einen Kiosk. Neben der Kasse im Eingangsbereich gibt es eine weitere im Innenhof, sodass man auch nachträglich noch Karten für die Führung lösen kann. Die Burg ist das ganze Jahr über geöffnet, außer an Heiligabend und weiteren besonderen Tagen. Jährlich wird der Hohenzollern auch von Schülergruppen aus Berlin besucht. Diese Freizeiten wurden nach dem Krieg vom preußischen Adel selbst ins Leben gerufen.

Burg Hohenzollern
Quelle und Urheber: Schwäbische Alb Tourismusverband e.V.
in Bad Urach, Fotograf: Achim Mende

Viele Besucher kommen nur wegen dem Hohenzollern in diese schöne Region, und der Ruf reicht bis in ferne Länder. Es ist nicht nur die Faszination eines alten Gemäuers, sondern der gesamten preußischen Epoche, die sich hier erleben lässt.

Lage: 72379 Hechingen. Anfahrt auf der B 27 von Stuttgart über Tübingen oder Bodenseeraum / Schweiz. Der Besucher wählt die Abfahrt Hechingen / Süd, wo auch die Straße zur Burg ausgeschildert ist. Über eine Kreisstraße fährt man den Zollerberg bis zur Mitte hinauf, wo es zwei große gebührenpflichtige Parkplätze gibt. Kostenlose Parkplätze im Wald sind vorhanden, aber oft belegt. Busse müssen oben wenden und dürfen nur auf den großen Parkplätzen parken. Von dort fährt ein Shuttlebus zur Burg.

Fußgängerzone Reutlingen

Einkaufsmeile einer Region

Die Fußgängerzone bildet das Zentrum der Stadt Reutlingen. Ihr Herzstück ist die 800 Meter lange Wilhelmstraße, die zugleich auch Einkaufsmeile der Region Neckar-Alb ist. Die komplett autofreien Straßen sind das ganze Jahr über gut besucht. Die Wilhelmstraße führt an vielen wichtigen Sehenswürdigkeiten Reutlingens vorbei. Dazu gehören die Nikolaikirche, Marktplatz, Marktbrunnen, Zunftbrunnen und die Marienkirche. Zu beiden Seiten befindet sich eine große Auswahl an Geschäften für jeden Bedarf.

Die Wilhelmstraße zwischen Marienkirche und Marktplatz

Der Marktplatz der ehemaligen Freien Reichsstadt strahlt nicht nur an den Markttagen eine angenehme Atmosphäre aus: Am Rand der Wilhelmstraße steht der 1570 erschaffene Marktbrunnen von Leonhard Baumhauser, den eine Steinfigur des Kaisers Maximilian II. ziert. Hinter dem Brunnen befindet sich das Spital mit schönem Innenhof, dessen Ersterwähnung ins Jahr 1333 zurückreicht. Kleinpflaster zeichnen das Renaissance-Rathaus nach, das beim Stadtbrand 1726 zerstört wurde. Der Nachfolgebau stand an der Stelle des heutigen Rathauses aus den Sechzigerjahren. Es handelte sich um die ehemalige Fruchthalle, die bei einem Bombenangriff zerstört wurde. Ein weiteres Beispiel moderner Architektur ist der heutige Kreissparkassenbau mit Flachdach, den es in dieser Form bereits vor dem Zweiten Weltkrieg gab.

Die Katharinenstraße

Vom Marktplatz führt die Katharinenstraße hinunter zum Tübinger Tor aus dem 13. Jahrhundert. In seinem Fachwerkturm befindet sich eine Wohnung für besondere Gäste der Stadt. Sie ist die zweitwichtigste Straße von Reutlingen, die nur den Fußgängern vorbehalten ist. Auch hier gibt es eine Reihe von heimeligen Geschäften und Gastronomie. Nicht nur Kinder finden am Brunnen vor dem Juweliersgeschäft eine angenehme Abkühlung. Vom Marktplatz in entgegen gesetzter Richtung steht das Gartentor, das ebenfalls seine Ursprünge im späten Mittelalter hat und früher verschlossen war. Erst um 1700 wurde ein Durchgang ermöglicht.

In der unteren Wilhelmstraße gibt es zudem die Müllergalerie als Ansammlung von vielerlei Geschäften an einem Ort. Parkplätze, Busbahnhof, Bahnhof, ein Kaufhaus und weitere historische Sehenswürdigkeiten sind nur wenige Gehminuten entfernt. Es lohnt sich, in der weitverzweigten Altstadt auf Entdeckungstour zu gehen.

Burg Bichishausen

Erlebnisse im Lautertal

Der kleine Ort Bichishausen gehört zu Münsingen und liegt im idyllischen Lautertal. Er ist gleichsam beliebt für Wanderungen, Radtouren und Kanufahrten. Von der Kirche läuft man den Berg hinauf und hat auch einen beeindruckenden Blick auf das Lautertal. Von hier gibt es aber keinen Querweg zur Burg. Dazu nimmt man im Ort einen kleinen Pfad, wo die Ruine erstmals sichtbar und ausgeschildert ist.

Blick vom Ort zur Burg

Ein Erlebnis ist es schon, die alte Burg zu betreten. Erst durch die Anwesenheit der Adligen konnten sich die Dörfer im Lautertal im Mittelalter entwickeln. In dem Schatten der Burgen genossen die Menschen Schutz, trotzdem findet man im Lautertal keine größeren Orte oder gar Städte, da die enge Tallage dies nicht zulässt. Von der Burg Bichishausen ist noch einiges erhalten. Torbögen, Fenster, alte efeubewachsene Gemäuer, ein Raum, der jedoch mit einem Gitter versperrt ist. Insgesamt ist es ein romantisches Ausflugsziel.

Bichishausen mit der Sankt-Gallus-Kirche

Über eine eiserne Treppe gelangt man zur Aussichtsplattform. Hier geht es erst über einen kleinen Innenhof, bevor man mit dem Panorama ins Tal entlohnt wird. Man erblickt die gegenüber liegende Wacholderheide, den kleinen Ort Bichishausen mit dem Café an der Lauter und das Tal Richtung Hundersingen. Bergabwärts bietet sich nochmals eine Rundumschau an. Zahlreiche Details geben ein gutes Fotomotiv ab.

Lage: 72525 Münsingen-Bichishausen. Lautertalstraße Richtung Hayingen.

Bärenhöhle Sonnenbühl Erpfingen

Touristenmagnet auf der Sonnenalb

Funde in der Bärenhöhle bezeugen die Anwesenheit von Nashörnern, Höhlenlöwen und Bären vor 20.000 Jahren. Vor 8.000 Jahren lebten hier auch Höhlenmenschen.

Die 292 m lange Höhle wurde erst vor etwa 50 Jahren entdeckt und zusammen mit der seit 1834 bekannten Karlshöhle auf 271 m für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Inneren bezeugen 7 Hallen die Unterschiedlichkeiten der Natur. Stalaktiten und Stalagmiten, lange Gänge und verwittertes Gestein, all dies macht den Besuch in der Bärenhöhle zu einem unvergesslichen Erlebnis für die ganze Familie. Zum Inventar gehört natürlich auch das Skelett des Höhlenbären.

Skelett des Höhlenbären
Quelle und Urheber: Schwäbische Alb Tourismusverband e.V.
in Bad Urach


In direkter Nachbarschaft befindet sich der Freizeitpark Traumland, ein kleiner, aber vergnüglicher Märchenpark mit vielen Attraktionen vom Geisterschloss über Ponyreiten bis zum Riesenrad.

Lage: 72820 Sonnenbühl-Erpfingen. Kreisstraße Richtung Haid, die Anfahrt ist ausgeschildert. Parkplätze ausreichend vorhanden.

Burg Hohengundelfingen

Mittelalterromantik im Lautertal

Die gut erhaltene Anlage von Hohengundelfingen befindet sich auf einer Anhöhe über dem Lautertal, einem der schönsten Gebiete der Schwäbischen Alb. Als Erbauer gilt Swigger von Gundelfingen (1160 bis 1228), der in einer Schlacht bei Reutlingen auf württembergischer Seite fiel. Die Mauerreste stammen aus dem 13. Jahrhundert, ihre erste urkundliche Erwähnung folgte 1236. Die Burg hatte verschiedene Besitzer, bis sie offenbar im Städtekrieg zerstört worden war und 1389 als Burgstall, also Ruine, bezeichnet ist. Der Fabrikant Hans Römer kaufte 1939 die Anlage und ließ sie wieder instandsetzen.

Die Stammburg der Herren von Gundelfingen

Der Zugang erfolgt am besten vom Wanderparkplatz zwischen Gundelfingen und Dürrenstetten. Der Fußweg beträgt etwa 10 Minuten, bis man durch ein Waldstück zur Burg gelangt. Hier sind viele Bestandteile noch gut erhalten, Räume, Gräben und Schutzmauern sind auszumachen und können betreten werden. Treppen führen auf die Plattformen der Burg, von wo der Blick hinunter ins Lautertal und auf die gegenüberliegende Albhochfläche schweift. Sogar der Aussichtsturm kann bestiegen werden, von wo aus das Panorama noch besser ist. An schönen Tagen ist hier auch ein kleiner Kiosk geöffnet.

Für interessierte Besucher empfiehlt sich noch die Besichtigung des gegenüberliegenden Bergkegels im Lautertal, auf dem sich die Burg Niedergundelfingen sowie eine Kapelle befindet. Sie ist zwar in Privatbesitz, doch kann man sich freilich einen guten Gesamteindruck verschaffen.

Lage: 72525 Münsingen-Gundelfingen. Oberhalb des Ortes, Zufahrt über die Kreisstraße Richtung Dürrenstetten.

Gmindersdorf Reutlingen

Eine architektonische Mustersiedlung

Der Fabrikant Louis Gminder ließ die Siedlung von 1903 bis 1923 für seine außerhalb angeworbenen Arbeiter im Stil der damaligen Zeit erbauen. Die Lage am Stadtrand zwischen Reutlingen und Betzingen war optimal, denn in harmonischer Weise gelang es, die beiden Orte zu verbinden und die Beschäftigten zugleich in der Nähe der Fabrik unterzubringen.

Arbeiterwohnhäuser im Gmindersdorf

Zu der Infrastruktur der Siedlung gehörte nicht nur das bis heute bestehende Wirtshaus mit Biergarten, sondern auch ein Kaufhaus, ein Kinderhort und ein Heim für die Rentner. Es entstanden Wohnhäuser mit Giebeln und Gauben, mit Fachwerk und getüncht, und vielfach mit kleinen Gärten, in denen sich die Arbeiter ihr Gemüse selbst ziehen und Kleintierzucht betreiben konnten.

Der Altenhof mit barockem Giebel

Die Siedlung zeichnet sich zudem durch ihre ruhige Lage und viel Begrünung aus und ist als Ausflugsziel für Architekturfans geeignet. Am Nordrand oberhalb der Siedlung befindet sich mit dem Altenhof ein halbrunder Komplex. Dieser besteht aus einem zentralen Gebäude mit barockem Giebel, kleineren Wohntrakten in Verbundbauweise und zwei integrierten Durchgängen. Besonders schön ist auch der Innenhof beim Kinderhort. Die Gebäude wurden in den letzten Jahren restauriert und zu einem beliebten Wohnort für junge Familien.

Lage: 72770 Reutlingen. Oberhalb der Heppstraße.

Freilichtmuseum Heuneburg

Geschichte und Gegenwart

Das Freilichtmuseum Heuneburg und das Heuneburg-Museum befinden sich bei Herbertingen im Oberen Donautal, nicht weit von der Schwäbischen Alb entfernt. Ich habe diese einzigartige Kulturstätte mit meinen Freunden besucht, die sich ebenso wie ich für die regionale Geschichte interessieren. Museen gibt es eine Menge, aber zu den Kelten recht wenig. Dabei war dieser Volksstamm in Deutschland sehr verbreitet.

Wer waren die Kelten ? Sie gründeten in vorchristlicher Zeit auf einem Plateau oberhalb der Donau eine ausgedehnte Siedlung. Spätestens ab dem 8. Jahrhundert vor Christus waren sie in der Gegend präsent und blieben eigentlich bis zur großen Völkerwanderung, die wenige Jahrhunderte nach Christi Geburt einsetzte. Die Menschen lebten außer vom Handwerk und dem nachgewiesenen Handel mit Nachbarvölkern vor allem vom Erzabbau und der Eisenverarbeitung. Herodot erwähnte eine Stadt am Oberlauf der Donau, mit der die Heuneburg gemeint sein könnte. Dafür sprechen Belege wie die in der Umgebung gemachten Funde von Weinamphoren aus dem Mittelmeerraum und griechisch-illyrischer Keramik.

Ausgrabungen im Umfeld der Heuneburg

Rundgang im Freilichtmuseum

Im Freilichtmuseum Heuneburg sind detailgetreu wieder aufgebaute oder rekonstruierte Gebäude aus der keltischen Zeit zu sehen. Diese orientieren sich an den wenigen Erkenntnissen, die man aus den Grabungen über die Bebauungsweise ziehen kann, oder auch an spätbronzezeitlichen Befunden von Pfahlbauten. Immer wieder sind Bauern im Umfeld der Heuneburg auf Bodenfunde gestoßen. Läuft man mit wachen Augen hier entlang, erkennt man zahlreiche Unebenheiten und deutlich sichtbare Grabhügel. Mit dem Aufkommen der modernen Archäologie im 19. Jahrhundert rückte das Gelände immer mehr ins wissenschaftliche Interesse. Auch bei unserem Besuch war ein Archäologenteam gerade mit Ausgrabungen beschäftigt.

Wohnhäuser mit Lehmziegelmauer

Das Schöne an dem Freilichtmuseum ist, dass man sich beim Wiederaufbau viel Mühe gegeben hat. Die Häuser waren aus Stein gebaut, außen mit einem Lehm-Stroh-Gemisch verputzt und wahrscheinlich mit einem Dach aus Stroh ausgestattet. Zu den Gebäuden, die hier bestaunt und betreten werden können, gehören ein Herrenhaus, Lehmziegelmauer, Wohnhaus, Speicher und ein Werkstattgebäude. Zum Wiederaufbau wurden Materialien verwendet, die damals gebräuchlich waren. Auf diese Weise macht es Spaß, sich einmal in das Leben des hier einst heimischen Volkes zurückversetzen zu lassen. Bei unserem Besuch sind wir auch auf verkleidete Darsteller gestoßen, die im Museumsdorf herumliefen und sich gerne fotografieren ließen.

Museumsdorf

Authentische Darstellung auch im Innenbereich

Über die Einrichtung der Häuser kann man freilich nur mutmaßen, allerdings ist ein gewisser Komfort im Alltag vorauszusetzen. Im Langhaus, das gleich im Vorderbereich steht, konnten wir uns wie in der Eisenzeit fühlen. Nachdem wir es betreten hatten, empfing uns rechts an der Seite ein langer Gang. Von ihm zweigen links mehrere sehr große Räume ab, in denen sich die Familien aufhalten konnten. Man geht davon aus, dass die Bewohner im Innenbereich auch Essen zubereiten konnten. Für den Abzug des Rauchs einer Herdstelle gab es im Dach eine Aussparung. Nicht minder faszinierend war die Besichtigung der kleineren Häuser. In den Räumen fanden wir zum Beispiel ein Regal mit verschiedenen Gebrauchsgegenständen, ein Bett und einen Mahlstein. Zum Abschluss konnten wir noch auf der überdachten Befestigungsmauer entlanglaufen und hatten einen wunderschönen Ausblick zur Donau.

Regal im Innenraum mit Einrichtungsgegenständen

Die Ausstellung im Heuneburgmuseum

Wenige Kilometer vom Museumsdorf entfernt gibt es eine dazu passende Ausstellung mit echten antiken Fundstücken. Das Heuneburgmuseum in Herbertingen-Hundersingen bietet einen Überblick von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart. Die Sammlung wertvoller auf der Heuneburg gefundener Exponate ist in der ehemaligen Zehntscheuer von 1783 untergebracht. Wir waren begeistert von der Aufmachung, die Besichtigung war sehr lehrreich und wir hätten etwas verpasst, wenn wir nicht noch hierher gekommen wären. Da sich meine Freunde und ich sowieso für die Archäologie und alles Geschichtliche interessieren, war es das ideale Ausflugsziel.

Präsentiert werden nicht nur die bloßen Objekte, alles ist auch gut aufbereitet und hilft, sich einen Eindruck von den Menschen zu machen, die auf der Heuneburg wohnten und die Gegenstände herstellten. Schnell wird offensichtlich, dass hier reger Handel betrieben wurde, und dass die Leute alles andere als dumm waren. Sie hatten eine hochentwickelte Kultur und ständigen Kontakt zu anderen Völkern. Der Besucher sieht und versteht, welche wunderbaren Dinge schon damals aus Metall und Ton hergestellt wurden. In gesonderten Bereichen wird die keltische Welt auch akustisch begreifbar gemacht. In einem Museumsshop kann man Nachbildungen der Fundstücke und Schriftmaterialien erwerben, und sich im Café etwas stärken.

Keltisches Langhaus

Wie kommt man hin ?

Lage: Das Freilichtmuseum Heuneburg liegt zwischen Binzwangen und Hundersingen. Nur wenige Kilometer entfernt von der B 311 Ulm - Riedlingen – Tuttlingen oder B 32 Hechingen – Sigmaringen - Ravensburg. Für das Navi nimmt man die Adresse Talhof, Herbertingen. Von Binzwangen her geht es durch ein kleines Waldstück, kurz danach links zum Besucherparkplatz. Von Hundersingen her fährt man zwei Kilometer über freies Feld, dann kurz vor Erreichen des Waldes rechts zur Heuneburg. Die Adresse des Museums lautet Binzwanger Straße 14 in 88518 Herbertingen-Hundersingen. Die Umgebung eignet sich auch gut für Wanderungen und Radtouren.

Kloster Zwiefalten

Bekannter Wallfahrtsort der Region

In Zwiefalten ist man am südlichen Ende des Kreises Reutlingen angekommen. Ab hier verläuft auch die Oberschwäbische Barockstraße. Die Hauptsehenswürdigkeit Zwiefaltens ist die ehemalige Benediktinerabtei mit dem Münster, die 1089 von Mönchen aus Hirsau gegründet wurde. Burgherren und Grafen aus weiter Umgebung ließen dem Kloster Stiftungen zukommen. Bis zum 15. Jahrhundert gelang es dem Kloster Zwiefalten, sich Macht über einen größeren Einzugsbereich der Schwäbischen Alb zu sichern.

Zwiefalter Münster

Das Münster von 1739 gilt als Meisterwerk des deutschen Spätbarock. Der Baumeister war Johann Michael Fischer. Im Inneren befinden sich Deckenfresken, Stuckarbeiten und Wandtafeln. Eines der Hauptsehenswürdigkeiten ist das Chorgestühl von Joseph Christian aus Riedlingen. In den Jahren 1975 bis 1984 wurde das Münster umfassend renoviert und bietet heute einen Platz für Wallfahrten katholischer Glaubensgruppen aus der Region und Konzerte mit geistlicher Musik.

Lage: 88529 Zwiefalten.

Kloster Obermarchtal

Wallfahrtsort an der Donau

Bereits um 776 wird an dieser Stelle ein benediktinisches Kloster St.Peter erwähnt. Die Klosterkirche entstand von 1686 bis 1692 im Barockstil und wurde 1701 eingeweiht. Im gleichen Zug erfolgte die planmäßige Anlage weiterer Klostergebäude, die heute als Tagungszentrum dienen. Nach wechselnden Besitzern kam das Kloster 1973 an die Diözese Rottenburg. Es gehört zu den größten in Oberschwaben.

Ansicht der Klosteranlage mit Münster

Im Inneren ist die Klosterkirche reich geschmückt. Besonders sehenswert sind die Altäre, die Stuckverzierungen und die vielen Wandtafeln mit sakralen Darstellungen. Vom Laienbruder Paul Speisegger stammen einige der barocken Kunstwerke, so das doppelreihige Chorgestühl und der Hochaltar (Ende 17. Jahrhundert).

Besonders schön ist der Blick von der Aussichtsterrasse hinter dem Münster ins Donautal. In der Klosterkirche können Schriften und Ansichtskarten erworben werden. Parkplätze sind im Außenbereich der Anlage ausreichend vorhanden.

Lage: 89611 Obermarchtal. Erreichbar über die B 311 Ulm - Riedlingen.

Kornbühl mit Salmendinger Kapelle

Pilgern und die Natur genießen

Beim Dorf Salmendingen grenzten einst das Fürstentum Fürstenberg, das Fürstentum Hohenzollern und das Herzogtum Württemberg aneinander. Unweit gelegen ist der Kornbühl, eine Kuppe inmitten der Alblandschaft mit 886 m ü.NN. Auf ihm befindet sich die Salmendinger Kapelle. Am Weg auf den Gipfel stehen Fensterkästen mit christlichen Darstellungen der Kreuzigung Jesu. Von oben hat der Wanderer eine gute Aussicht, über die umgebende Landschaft, die Dörfer und ins Tal Richtung Mössingen und Tübingen. Hier tritt die Weißjuraschicht am höchsten zu Tage. Um den Kornbühl herum führen schöne Wanderwege, ins Laucherttal und nach Burladingen. Diese kann man auch von Sonnenbühl aus erkunden.

Nach schneereichen Wintern ist die Gegend um eine Attraktion reicher. Dann bildet sich auf der anderen Seite der Straße ein See aus Schmelzwasser, der Märzenbrunnen genannt wird. Er ist nur wenige Wochen sichtbar und kann in dieser Zeit auf den vorhandenen Feldwegen umrundet werden.


Lage: 72393 Burladingen-Salmendingen. Anfahrt von Burladingen über Ringingen bis zum Wanderparkplatz am Kornbühl, oder ab Reutlingen über Pfullingen und Sonnenbühl bis zum Parkplatz hinter Salmendingen.

Schloss Lichtenstein

Märchenschloss Württembergs

Das Schloss Lichtenstein gilt das das Wahrzeichen der Schwäbischen Alb und steht auf einem Felsvorsprung hoch über dem Echaztal in der Nähe von Reutlingen.

Nach den Plänen von Carl Alexander Heideloff wurde es von 1840 bis 1842 im Auftrag des Wilhelm Graf von Württemberg (späterer Herzog von Urach) erbaut. Der Vorgängerbau war die einfache aber standhafte Burg des Stammesgeschlechtes der Lichtensteiner von 1390, die im 16.Jahrhundert ihre Bedeutung verlor und danach verfiel. 1802 wurde an ihrer Stelle ein Forst- und Jagdschlößchen errichtet. Der württembergische Graf erwarb 1837 das Gelände und schuf hier einen Platz, um seine umfangreiche Kunstsammlung sicher zu verwahren. Als Grundlage diente das in Wilhelm Hauffs gleichnamigen Roman erwähnte Märchenschloss Lichtenstein, das ähnlich wie das Schloss Neuschwanstein oder die Burg Hohenzollern dem neugotischen Stil nach mittelalterlichem Vorbild nachempfunden wurde.

Schloss Lichtenstein mit Nebengebäude

Besucher betreten den kleinen Schlosshof über eine Holzbrücke. Die Sehenswürdigkeiten lassen sich am besten im Rahmen einer 30-minütigen Führung begreifen. Dabei werden alle wesentlichen Aspekte des Schlosses erfasst und erklärt. Die Privatgemächer des Grafen Wilhelm von Württemberg können nach Voranmeldung in Sonderführungen begangen werden.

Ganz besonders zu erwähnen ist die Waffenhalle mit mittelalterlichen Rüstungen und und Waffen, das Königszimmer als Ahnensaal, das Wappenzimmer mit Bildern, das Erkerzimmer mit Möbeln oder auch die Schlosskapelle mit herausragenden Glasmalereien. Unikate, Vergangenes und Wertvolles gibt es hier wie nur selten zu bestaunen.

Rund um das Schloss ziehen sich dicke Mauern mit einem Burggraben, Innenhof und Garten, der zum Verweilen einlädt. Hier kann man grandiose Ausblicke in das Echaztal und auf die Schwäbische Alb genießen. Unweit davon steht die Statue des Wilhelm Hauff neben einem Gedenkstein, der ganz mit fossilen Ammoniten verziert ist. In der Schlossschenke kann der Gast seinen Hunger und Durst stillen. Für ein gutes Essen oder Kaffee und Kuchen in angenehmer Atmosphäre empfiehlt sich das Forsthaus Lichtenstein.

Schloss Lichtenstein
Quelle und Urheber: Schwäbische Alb Tourismusverband e.V.
in Bad Urach, Fotograf: Achim Mende

Die Vielfalt an Sehenswürdigkeiten ist auf Schloss Lichtenstein ein Anziehungspunkt für Menschen aus nah und fern.

Lage: 72805 Lichtenstein. Anfahrt über Reutlingen - B 312 auf die Albhochfläche, weiter rechts Richtung Sonnenbühl-Genkingen, Schloss Lichtenstein ist ausgeschildert. Ein großer kostenpflichtiger Besucherparkplatz befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Schloss.

Naturerlebnispfad Gomadingen

Sternberg und Wacholderheide Schömberg

Gomadingen liegt in einer der typischsten Alblandschaften am Beginn des Großen Lautertales und hat als markanten Punkt und Ausflugsziel den 844 Meter hohen Sternberg zu bieten.

Direkt auf diesen Berg führt der Naturerlebnispfad Gomadingen. Was gibt es hier zu sehen ? Zunächst einmal den Ausblick auf das Dorf und die Wacholderheide, die sich auf der anderen Seite mächtig ausbreitet. Durch ein Stückchen Wald wandert man auf einem breiten Weg. Schon nach kurzer Zeit wird klar, wieso dieser Berg "Sternberg" heißt.

Die Gomadinger haben sich hierfür etwas Tolles einfallen lassen: Entlang des Weges sind Tafeln aufgestellt, die eine Einführung in die Astronomie und das Sternensystem geben. Man liest etwas über die Planeten wie Jupiter, Saturn und Uranus, aber auch die Erde und der Mond werden ausführlich beschrieben. Für die, die es genau wissen wollen, gibt es auf der Rückseite der Tafeln noch genauere Daten. Durch Wacholderheiden mit weitreichender Pflanzenwelt und angenehme Wälder gelangt man auf den Gipfel, wo Wanderheim und Aussichtsturm stehen.

Blick von der Wacholderheide auf den Sternberg

Gegenüber erstreckt sich die Gomadinger Wacholderheide am Schömberg, eine der größten in der Region. Oberhalb der Lauter gelegen, lässt sie sich am besten über verschiedene Pfade erkunden, die dem Wanderer immer wieder neue Eindrücke vermitteln. Sehr groß sind hier Artenvielfalt und Ausblicke auf die schöne Albgegend.

Lage: 72532 Gomadingen.

Sternberg: Oberhalb von Gomadingen, nicht zu übersehen, Parkmöglichkeiten an den Sportanlagen / Feriendorf

Wacholderheide Schömberg: Am Ortsausgang Richtung Marbach / Dapfen, beste Parkmöglichkeiten an der Verbindungsstraße Richtung Steingebronn

Uracher Wasserfall

Harmonie der Natur

Vom Bahnhaltepunkt Bad Urach Kurgebiet gelangt man direkt in das Maisental, das weitgehend autofrei ist. Hier befinden sich Spazier- und Wanderwege unterhalb der Ruine Hohenurach. Auf dem Runden Berg gegenüber gab es einst eine keltische Höhensiedlung.

Hier führt auch der ausgeschilderte Weg zur bekanntesten Sehenswürdigkeit der Kurstadt. Der Wasserfall befindet sich direkt am Albtrauf. Über mehrere Etappen stürzt hier das Wasser von der Hochfläche auf Kalktuff herab. Die Höhe beträgt 37 Meter, das Wasser fließt dann noch 50 Meter über Gestein hinab ins Tal.

Wasserfall trifft auf Kalktuffgestein

Über eine Stufentreppe kann man zum Urspungsort des Wasserfalls hinaufsteigen. Dort gibt es die von April bis Mitte Oktober bewirtschaftete Hütte, an der der Wanderer eine Erfrischung nehmen kann.

Weitere interessante Ziele in der Umgebung sind die Gütersteiner Wasserfälle, das abgegangene Kloster Güterstein mit Kapelle auf Halbhöhenlage des Albtraufes, die Hohe Warte und der Gestütshof Sankt Johann mit Einkehrmöglichkeit.

Lage: 72574 Bad Urach. Kostenpflichtiger Wanderparkplatz und Bahnhaltepunkt am Stadteingang.

Blaubeuren um 1930


Ansicht aus alter Zeit, gut zu erkennen sind auch die gegenüber liegenden Felsen.

Schwäbische Alb Anreise



  • Mit dem Flugzeug

    Der Flughafen Stuttgart-Echterdingen liegt ca. 15 km vom Nordrand der Mittleren Schwäbischen Alb entfernt. Von hier aus bestehen gute Zugverbindungen Richtung Alb. Die Weiterreise mit Taxi oder Mietwagen ist ebenfalls möglich. Auch ab den Flughäfen Zürich, München und Frankfurt ist die Alb gut zu erreichen.

  • Mit der Bahn

    Günstige Bahnverbindungen gibt es von Stuttgart nach Ulm, Stuttgart-Zürich und Ulm-Bodensee. Die Bahnhöfe entlang dieser Strecken sind durch Regionalbahnen und Busse mit den Alborten verknüpft.

  • Mit dem Auto

    Die Alb ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Im Norden durch die A8 Stuttgart-Ulm-München, die bei Wiesensteig auf die Alb hinaufführt, im Westen die A81 Stuttgart-Bodensee und im Osten die A7 Würzburg-Ulm-Bodensee. Die weiteren Anfahrtswege sind gut ausgebaut, so dass jeder Albort direkt zu erreichen ist.


  • Schwäbische Alb
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    StepMap Schwäbische Alb


    Riedlingen

    Historische Altstadt zwischen Alb und Oberschwaben

    Die Stadt Riedlingen befindet sich im oberen Donautal ca. 60 km südlich von Reutlingen und 60 km südwestlich von Ulm. Ich hatte mich entschlossen, dorthin mit Bekannten einen Sonntagsausflug zu machen. Wir fuhren über Zwiefalten mit dem sehenswerten barocken Münster, von wo aus es noch etwa 15 km sind. In Riedlingen ist die Stadtmitte gleich ausgeschildert. Parken kann man hier überall, das ist kein Problem. Am Sonntagmorgen war nicht viel los, und so fanden wir einen Parkplatz vor dem historischen Zwiefalter Tor, das den Eingang zur Altstadt markiert. Es verfügt über Fensterläden in den österreichischen Grundfarben und das Habsburger Wappen, denn Riedlingen hat mehrere hundert Jahre lang zu Vorderösterreich gehört.

    Das Zwiefalter Tor mit Fensterläden
    und Wappen der Habsburger Monarchie

    Zunächst einmal ging es an der katholischen Stadtpfarrkirche und dem Rathaus vorbei über den Marktplatz zum Schwedenbrunnen. Hier befindet sich eine Terrasse über der Donau mit schönem Blick auf den Fluss. Das ehemalige Stadthaus des Klosters Salem ist ein grandioser Fachwerkbau aus dem 16. / 17. Jahrhundert und steht gleich nebenan. Ein Stückchen weiter unten Richtung Donau hatten wir auch gleich den besten Ausblick auf die Altstadtsilhouette.

    Weiter ging es wieder zurück nach oben in die verkehrsberuhigte Zone mit den schönen alten Häusern. Immer im Mai bilden sie die Kulisse für den bekannten Antikmarkt. Die Stadt hat etwa 10.000 Einwohner, aber die Vielfalt an Geschäften ist beachtlich. Man kann eigentlich alles kaufen. Dazu gibt es noch allerlei für das leibliche Wohl an Bäckereien, gutbürgerlichen Gaststätten, Pizzerien, Imbissen und einen Chinesen. Auch sonntags hatten viele davon geöffnet.

    Stadtkern von Riedlingen

    In den Seitenstraßen ließ sich auch so manches entdecken. Zum Beispiel das Stadtmuseum, ein altes Fachwerkhaus. Zu den vielen sehenswerten Gebäuden zählen auch einige mit bemalten Fassaden. In der westlichen Altstadt steht auch der Stadtbrunnen, zwar erst in jüngerer Zeit entstanden, aber schon zu einem Wahrzeichen geworden. Es lohnt sich, nicht nur auf den Hauptachsen zu bleiben, sondern auch in die kleinen Gassen zu gehen, da man an jeder Ecke der Geschichte begegnet.

    Selten habe ich so viele schöne alte Häuser an einem Ort gesehen. Riedlingen bietet jede Menge Sehenswürdigkeiten, hier lohnt sich auch der Weg von weit her. Zusätzlich gibt es entlang der Donau einen schönen Radwanderweg mit Blick auf die Stadt und die ländliche Umgebung. Ausflugsziele in der Nähe gibt es genug, wie das Kloster Obermarchtal, Münster Zwiefalten oder Bad Buchau mit dem Federsee in Oberschwaben. Für einen Tagesausflug ist Riedlingen absolut geeignet.

    Schwäbische Alb-Städte

    Im Umland und auf der Schwäbischen Alb finden sich bezaubernde Städte und Orte.

     Bad Urach

    Direkt im Westteil gelegen ist Spaichingen mit dem Dreifaltigkeitsberg (985 m), auf dem die Wallfahrtskirche des Claretinerordens (1673) steht.

    Der Rottweiler Stadtkern wird von seinen Bewohnern besonders gepflegt. Rottweil wurde 73 v.Chr. von den Römern gegründet und ist damit die älteste Stadt Baden-Württembergs. Die mittelalterliche Altstadt mit den Bürgerhäusern lässt sich kaum mit einer anderen der Umgebung vergleichen. Zum Stadtbild gehört auch die schwäbisch-alemannische Fasnet.

    Sigmaringen (17.000 Einwohner) liegt an der oberen Donau und war einst die Hauptstadt der preußischen Lande Hohenzollern. Die kleine Altstadt mit der Stadtkirche St. Johann wird vom Schloss überthront, dessen Prunksäle einen Besuch lohnen.

    Schloss Sigmaringen
    Quelle und Urheber: Schwäbische Alb Tourismusverband e.V.
    in Bad Urach
    , Fotograf: Achim Mende

    Riedlingen ist eine sehenswerte Kleinstadt an der Donau und hat noch einen bestens erhaltenen Stadtkern. Am Marktplatz befinden sich Bürgerhäuser aus dem 17. und 18.Jahrhundert. Das Stadtmuseum ist im Ackerbürgerhaus von 1556 untergebracht, einem der wichtigsten Fachwerkbauten Oberschwabens. Das Wahrzeichen ist die katholische St.Georgskirche aus dem 16.Jahrhundert.

    Trochtelfingen auf der Mittleren Alb hat zwar nur 6.600 Einwohner, seine alte Bausubstanz ist aber beträchtlich. Großenteils ist die alte Stadtbefestigung mit Bürgerhäusern und dem Geschützturm erhalten. Erwähnenswert ist auch die Vielzahl an Kirchen und Kapellen in der Umgebung.

     Tübingen, Blick auf Stiftskirche und Österberg

    Reutlingen ist die Einkaufsstadt der Region Neckar-Alb. Das Wahrzeichen ist hier neben dem Zeugenberg Achalm (707 m) die Marienkirche. In der südlichen Kernstadt sind noch Teile der Stadtbefestigung erhalten.

    Die Universitätsstadt Tübingen liegt am Neckar. Sie blieb vom Krieg verschont. Hier befinden sich beachtenswerte Museen und Sammlungen, überthront wird Tübingen durch das Schloss Hohentübingen, in dem das archäologische Institut beheimatet ist. Durch die gesamte Altstadt winden sich enge Gassen, die von Leben erfüllt sind und zum Bummeln einladen.

    Das Ulmer Münster

    Ulm an der Donau darf sich stolz die Stadt mit dem höchsten Kirchturm der Erde nennen. Obwohl das Ulmer Münster erst im 19.Jahrhundert fertiggestellt wurde, ist seine Höhe von 161 m bis heute nicht übertroffen worden. Im direkt am Fluss gelegenen Fischerviertel trifft man auf die romantische Seite Ulms, der Besucher wird hier geradezu ins Mittelalter versetzt.

    Aalen auf der Ostalb ist die Stadt der großen Museen. Zum einen das Urweltmuseum mit 1.500 Versteinerungen von Ammoniten, Fischsauriern und Korallen, zum anderen das bekannte Limesmuseum mit der Ruine eines Römerkastells. Ansonsten lohnt das Alte Rathaus und die barocke Stadtkirche einen Besuch.